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Mönchengladbach
Pro NRW schließt Roeseler nach Hetz-Post aus

Pro NRW schließt Dominik Roeseler nach Hetz-Post aus
Dominik Roeseler erntet für einen Post auf Facebook harte Kritik. FOTO: afp, IW
Mönchengladbach. Dominik Roeseler reagierte mit einem beleidigenden Post auf einen Angriff auf die Tochter von Bläck-Fööss-Mitglied Gino Trovatello. Jetzt liegen bei der Polizei Anzeigen gegen den Gladbacher Ratsherrn vor. Von Andreas Gruhn

Der Facebook-Post über den Angriff auf die Tochter von Bläck-Fööss-Mitglied Gino Trovatello hat möglicherweise Folgen für den Mönchengladbacher Ratsherrn Dominik Roeseler. Bei der Polizei sind via Internet mehrere Strafanzeigen gegen Roeseler eingegangen, sagte Polizei-Sprecher Jürgen Lützen. Die Polizei habe die Anzeigen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Dort werde nun geprüft, ob die Äußerungen Roeselers in dem sozialen Netzwerk strafrechtlich relevant sind.

Roeseler hatte den Angriff am Karnevalsfreitag, bei dem die 24-Jährige von einer Gruppe Jugendlicher zusammengeschlagen worden war, mit den Worten kommentiert: "Für das Mädchen tut es mir leid. Allerdings hat es bei dem Vater die Richtige getroffen. Wer gegen HoGeSa, Pegida, AfD und Pro NRW hetzt und demonstriert, dem kann ein bisschen Realität nicht schaden." Roeseler bekräftigte am Freitag: "Die Aussage ist durch die Meinungsfreiheit gedeckt und in keiner Weise strafrechtlich relevant."

Unterdessen läuft in der Partei Pro-NRW ein Parteiausschlussverfahren gegen Roeseler. Das beschloss der Vorstand am Donnerstagabend in einem Eilentscheid, sagte der Vorsitzende Markus Beisicht. Grund seien, so Beisicht, unter anderem die Äußerungen Roeselers nach dem Angriff auf die Tochter des Bläck-Fööss-Mitglieds Gino Trovatello. Roeseler widersprach dieser Darstellung gestern, seine Äußerung über die Bläck Fööss sei Grund für den Ausschluss.

"Im Vorstand waren alle einig, dass die Aussage provokant war, aber dass sie der Partei in keiner Weise geschadet hat." Grund seien vielmehr interne Auseinandersetzungen, die er, Roeseler, bei Facebook am Donnerstag veröffentlicht habe. Dort erhebt er schwere – auch strafrechtlich relevante – Vorwürfe gegen einzelne Mitglieder, bei der letzten Vorstandssitzung am Mittwochabend soll es überdies zu Beschimpfungen und Handgreiflichkeiten gekommen sein. Beisicht erklärte daraufhin am Freitag, er strebe eine Einstweilige Verfügung gegen die Äußerungen Roeselers an.

Roeseler erwiderte, dem sehe er gelassen entgegen: "Ich bleibe und kämpfe und werde zum Parteitag einen Gegenkandidaten für den Landesvorsitz vorschlagen."

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