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Mönchengladbach
Prof. Volker Peinelt geht in den Ruhestand

Mönchengladbach. Ein Forscherleben lang hat er sich für besseres Schulessen eingesetzt. Damit wurde er bekannt.

Als Hochschullehrer regelmäßig für TV-Beiträge, Radio- und Zeitungsinterviews angefragt zu werden - das schaffen nur wenige. Einer, der ständig in den Medien präsent ist, weil er zu einem Thema lehrt und forscht, was die Öffentlichkeit besonders interessiert, ist Prof. Dr. Volker Peinelt. Jetzt geht der 65-jährige Professor für Cateringservices und Lebensmittelhygiene am Fachbereich Oecotrophologie an der Hochschule Niederrhein in den Ruhestand.

Sein Thema, mit dem er sich schon nach seiner Promotion an der Universität Gießen während seiner Zeit bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beschäftigte, war die Gemeinschaftsverpflegung. Ganz im Sinne einer anwendungsorientierten und praxisnahen Fachhochschulforschung stellte er sich nach seiner Berufung 1995 an die Hochschule Niederrhein die Frage: Wie lässt sich die Qualität des Schulessens in Deutschland verbessern?

Am Mönchengladbacher Fachbereich Oecotrophologie forschte er zum Cook-and-Chill-Verfahren, das für ihn eines der besten Verfahren in der Gemeinschaftsverpflegung darstellt. Er entwickelte Konzepte, um das Essen in Schulessen zu zertifizieren, und stellte einen Masterplan für eine rationelle Schulverpflegung in Deutschland auf. Er entwickelte ein Bewertungssystem für die Speisenoptimierung und -auswahl ("Gastronomisches Ampelsystem") und lernte bei Forschungsaufenthalten in Japan, wie man Schulverpflegung anders und besser organisieren kann.

Seine Erkenntnisse flossen in zahlreiche Publikationen ein, zuletzt erschien das zweibändige Handbuch der Gemeinschaftsgastronomie, so etwas wie das Vermächtnis des Hochschullehrers Peinelt. Er war aber kein Mann der bloßen Theorie, sondern ging auch in die großen Küchen von Mensen, Schulen und Unternehmen, um vor Ort Audits durchzuführen. Wenn ihn eins dabei immer geärgert hat, dann die Tatsache, dass Schulessen in Deutschland immer billig sein muss und Qualität kaum eine Rolle spielt. "Für drei Euro bekommen Sie keine gute Qualität", war eines seiner Credos.

Gestern startete für Prof. Dr. Volker Peinelt ein neuer Lebensabschnitt. Im Ruhestand will er das intensivieren, was im aktiven Berufsleben häufig zu kurz gekommen ist - und wer ihn kennt, ahnt, dass ihn das Thema Gemeinschaftsverpflegung nicht loslassen wird.

(lisch)
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