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Mönchengladbach
Prophylaxe-Preis für Gladbacher Zahnärzte-Initiative

Mönchengladbach. Der mit 10.000 Euro dotierte Wrigley-Prophylaxe-Preis ist im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) zum 21. Mal verliehen worden. Zum zweiten Mal gab es außerdem den mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis Praxis, den sich zwei Preisträger teilten. 1.000 Euro Prämie nahm Dr. Jürgen Zitzen von der Zahnärzte-Initiative Mönchengladbach (ZIM) für deren Aktion ZIMKid entgegen.

Seit 2008 kooperieren die Zahnärzte mit Kinder- und Jugendärzten der Stadt in der Aktion ZIMkid. Was mit einer gemeinsamen Fortbildung begann, ist heute ein eingespieltes Netzwerk. So informieren Kinderärzte bei der zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat anstehenden U5-Untersuchung die Eltern zum Thema Zahngesundheit, weisen auf den ersten Zahnarztbesuch hin und überreichen den Eltern den zahnärztlichen Kinderpass. Ein Erfolgsmodell par excellence, wie die Statistik zeigt: Seit Bestehen der Initiative stieg die Zahl der zahngesunden Kinder in Mönchengladbach von 60 auf über 70 Prozent an - mit steigender Tendenz.

Jurymitglied Elke Damann, Barmer GEK, Wuppertal, ist beeindruckt: "Zahn- und Kinderärzte arbeiten dort Hand in Hand. Kinderärzte schicken ihre kleinen Patienten früh zum Zahnarzt und sprechen bei den Untersuchungen das Thema Zahnpflege an. Das stärkt die Zahngesundheit von Anfang an."

"Diese Verbesserung ist auffälliger als in anderen deutschen Städten", führte Dr. Zitzen am Rande der Tagung aus, "vor allem beginnt die Vorsorge schon zwei Jahre früher als allgemein üblich und schon vor der Gruppenprophylaxe im Kindergarten."

In Wuppertal informieren Kinder- und Jugendärzte die Eltern bereits im sechsten Lebensmonat der Kinder über die Kariesvorsorge. Unterstützt werden sie dabei durch den offiziellen Kinderzahnpass der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein mit anschaulich illustrierten altersgerechten Tipps bis zum sechsten Lebensjahr. Inzwischen sind davon schon über 15.000 Exemplare verteilt. Der erste Zahnarztbesuch findet ebenfalls früher als allgemein üblich statt: Die Zahnärzte untersuchen die ersten Milchzähne bereits im ersten Lebensjahr und beraten die Eltern weitergehend.

Das Thema Fluoridempfehlung haben die Kinderärzte ganz in zahnärztliche Verantwortung gegeben. Die Mönchengladbacher setzen dabei vorrangig auf Fluoride in Zahnpasten und Speisesalz und verzichten deshalb fast komplett auf Fluoridtabletten. "Damit sind wir meines Wissens die erste deutsche Stadt, die den internationalen Empfehlungen der Zahnärzteschaft folgt", erläuterte Sonderpreisträger Zitzen. Ganz nebenbei biete das erste Lebensjahr eine hervorragende Gelegenheit, um Zahnarzt-Ängste gar nicht erst entstehen zu lassen, so Zitzen.

Bestärkt durch den Sonderpreis wollen die Mönchengladbacher ihr Konzept weiterentwickeln. Auch der Sprecher der Mönchengladbacher Kinder- und Jugendärzte, Dr. Martin Lüchtrath, ist zuversichtlich: "Der wahre Gewinner unserer gemeinsamen Bemühungen ist am Ende das Kind." Dr. Zitzen und seine Mitautoren Dr. Stephan Kranz, Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange und Klaus Büssenschütt haben beschlossen, das Preisgeld dem Mönchengladbacher Verein "Zornröschen" zu spenden.

(gap)
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