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Mönchengladbach
Prozess nach Drogenparty mit Geiselnahme und SEK-Einsatz

Mönchengladbach. Wegen gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Bedrohung musste sich der 22-jährige Mönchengladbacher gestern vor dem Schöffengericht verantworten. Von Ingrid Krüger

Der Angeklagte war am 20. Oktober 2015 auf einer Party in einem Haus an der Bozener Straße nach reichlich Drogen-und Alkoholkonsum völlig unerwartet ausgerastet. Er hatte die jungen Partygäste mit einem Messer und einem Küchenbeil bedroht und auch verletzt. "Ich bringe euch alle um, ihr werdet alle sterben", hatte er den Anwesenden gedroht. Gegen 5.30 wurde die Polizei gerufen. Das SEK kam zum Einsatz. Der Angeklagte war kurz zuvor aus der Haft entlassen worden und dann in Therapie gekommen. Im Gerichtssaal bestritt er nichts. "Aber ich kann mich nicht erinnern. Ich hatte Ecstasy-Tabletten und Amphetamine genommen", so der Mönchengladbacher.

Er habe nur eine Förderschule besucht und sei dann schnell auf die schiefe Bahn gekommen. Als erste Zeugin sagte eine 19-jährige Gladbacherin sinngemäß aus: "Ich hatte ihm einen Korb gegeben. Danach hat sich der Angeklagte völlig verändert. Ich saß vor einem Spiegel und wollte mir einen Zopf flechten. Da hat er mich mit einem Messer bedroht und meinen Kopf mehrmals nach hinten gedreht." - "Wir haben alle in der Nacht Drogen genommen", gab die junge Frau zu. Doch der vorher so freundliche 22-Jährige habe sich quasi in einem Drogenrausch völlig verwandelt, den jungen Männern ein Messer an die Kehle gehalten, die Wände mit dem Beil zerschlagen und die Schränke auf den Boden geworfen. Bei allen Zeugen entschuldigte sich der Angeklagte. Ein Polizeibeamter erinnerte sich an einen Ruf aus der Wohnung: "Der will uns alle umbringen". Einen 19-Jährigen hatte der Angeklagte mit Messer und Beil am Kopf verletzt, dann in den Schwitzkasten genommen und die Tür zugeschlagen. Gegen 7.40 Uhr soll der Angeklagte aufgegeben haben. Der Prozess wird mit weiteren Zeugen fortgesetzt.

Quelle: RP
 
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