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Mönchengladbach
Prozess wegen Schlägerei und Raubes im Zug

Mönchengladbach. Zwei Asylbewerber aus Algerien, 18 und 32 Jahre alt, wurden gestern von Justizwachtmeistern aus der Untersuchungshaft in den Gerichtssaal gebracht. Wegen gefährlicher Körperverletzung, Raubes und Diebstahls mussten sich die Angeklagten vor dem Mönchengladbacher Jugendschöffengericht verantworten. Doch die beiden Algerier machten gestern von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und sagten erst mal gar nichts. Deshalb mussten gestern Zeugen aussagen, die sich vor Gericht als Überfallopfer der Angeklagten präsentierten. Diese Männer sind ebenfalls Asylbewerber, stammen aber aus dem Libanon. Zwei Dolmetscherinnen übersetzten die Berichte der Flüchtlinge. Von Ingrid Krüger

"Es war nachts im Dezember vergangenen Jahres, als ich in unserer Zentrale am Bahnhof in Rommerskirchen saß", erinnerte sich gestern ein Taxifahrer. Da habe einer die Tür aufgemacht und sei hereingestürzt. Der Mann habe weder Deutsch noch Englisch gesprochen, sei aber sehr aufgeregt gewesen. Er sei ausgeraubt worden, habe er gerufen und sich dabei auf den Boden geworfen." Der wollte demonstrieren, was ihm passiert war", erinnerte sich der Taxifahrer.

Danach trat ein weiteres Überfallopfer als Zeuge auf: "Ja, ich habe in dem Zug gesessen, der von Köln nach Rommerskirchen kam. In dem wurden wir überfallen." Als sie in Rommerskirchen aus dem Zug stiegen, seien die Angeklagten direkt rausgekommen. Einer der beiden habe den Gürtel aus der Hose gezogen und ihn damit geschlagen. "Mein Handy und mein Portemonnaie wurden geklaut", so der Zeuge. Beim Aussteigen aus dem Zug sei er noch von einem Faustschlag ins Gesicht getroffen worden. "Und am Boden haben die uns noch getreten", ergänzte er.

Ein 30-jähriger Zeuge belastete die Algerier auf der Anklagebank ebenfalls. Erkannt hatte er allerdings nur einen der Angeklagten. Tatort sei erneut im Dezember vergangenen Jahres der Zug aus Köln gewesen. Beim Aussteigen sei er geschlagen worden und erst im Krankenhaus aufgewacht. Er habe nicht bemerkt, dass er bestohlen wurde. Aber am Ende vermisste er sein Portemonnaie mit 180 Euro und einer Bankkarte.

Der Prozess vor dem Jugendschöffengericht soll fortgesetzt werden.

Quelle: RP
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