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Kündigungsstreit in Mönchengladbach
Gericht: Mitarbeiter hätte mit "Puffauto" fahren müssen

Puffauto in Mönchengladbach: Kündigung landet vor Gericht
Der Stein des Anstoßes: Die Beifahrerseite des Fahrzeugs zeigt viel nackte Haut. FOTO: dpa, rwe jhe
Mönchengladbach. Einem Beschäftigten eines Kaffeevertriebs, der kein Firmenfahrzeug mit sexistischer Werbung fahren wollte, ist zu Recht gekündigt worden. Das hat das Arbeitsgericht Mönchengladbach am Mittwoch entschieden. Auf der Tür waren nackte, aus Kaffeebohnen herausragende Frauenbeine mit halb ausgezogenen roten Pumps zu sehen.

Der Mann hatte sich im Juni geweigert, mit dem Wagen zu fahren. Er sah sich wegen seiner Homosexualität diskriminiert, da außer ihm kein anderer Mitarbeiter mit einer solchen Werbung fahren musste. Seine Firma kündigte ihm daraufhin fristlos.

Der Arbeitgeber habe grundsätzlich die Möglichkeit, einem Arbeitnehmer ein nach seinen Vorstellungen gestaltetes Fahrzeug zuzuweisen, stellte das Gericht fest. Die fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung sei aber unverhältnismäßig. Nur die ordentliche Kündigung zum Jahresende sei wirksam. Diese hatte das Unternehmen für den Fall der Ungültigkeit der fristlosen Kündigung gleich mit ausgesprochen. Eine Diskriminierung wegen der Homosexualität sahen die Richter nicht.

"Mit so einem Puffauto fahre ich nicht", sagte der 49-jährige Ankläger am Mittwoch vor Gericht. FOTO: dpa, rwe jhe

"Mit so einem Puffauto fahre ich nicht", hatte der 49-Jährige nach Angaben der Richterin im Streit mit dem Geschäftsführer gesagt, als das Fahrzeug nach dem Bild auf der Seitentür auch noch rote Radkappen bekam. Er sah sich als Homosexueller diskriminiert. "Ich habe kein Problem mit seiner Homosexualität", sagte dagegen der Geschäftsführer des Unternehmens. Das Fahrzeug habe bei den Lieferfahrten in Köln und Düsseldorf auffallen sollen.

Sehen Sie hier weitere Beispiele für grenzwertige Werbung. 

(lnw)
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