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Mönchengladbach
Räuber schickt seinem Opfer einen Scheck über 1000 Euro

Mönchengladbach. Ein 20-Jähriger aus Mönchengladbach muss für drei Jahre ins Gefängnis. Die Erste Jugendkammer des Landgerichts verurteilte den jungen Mann gestern zu dieser Strafe wegen schweren Raubes und Körperverletzung. Er hatte im vergangenen März einen Getränkemarkt in Rheindahlen mit einer Soft-Air-Waffe in der Hand überfallen. Von Ingrid Krüger

"Ich hatte Todesangst, weil ich glaubte, das sei eine richtige Waffe, mit der mich der Mann bedrohte", erinnerte sich gestern eine 29-jährige Verkäuferin im Gerichtssaal. Tatsächlich war es eine Soft-Air-Pistole, mit der der junge Mann damals das Opfer traktierte. Die 29-Jährige erlitt dabei Prellungen und eine Zahnverletzung, die noch behandelt werden muss. Bei dem hässlichen Überfall im Getränkemarkt erbeutete der Angeklagte 1200 Euro.

Der 20-Jährige hatte nicht nur zu Prozessbeginn ein komplettes Geständnis abgelegt. Er hatte der Verkäuferin auch einen Entschuldigungsbrief mit einem Scheck über 1000 Euro geschickt. Darin versprach er dem Opfer außerdem ein weiteres Schmerzensgeld in Höhe von 4000 Euro. Die 29-Jährige nahm die Entschuldigung an und staunte: "Das hätte ich nicht gedacht." In seinem Geständnis erklärte der Angeklagte, dass er bereits als 16-Jähriger Marihuana und später auch Amphetamine konsumiert habe. "Durch die Drogen war ich völlig verschuldet", gab der Angeklagte ohne weiteres zu. Die Waffe habe er ein paar Tage vor der Tat am Marienplatz gekauft. Am Tattag habe er in Rheydt vergebens auf seinen Freund gewartet. Danach sei er allein nach Rheindahlen zum Getränkemarkt gefahren. "Ich brauchte Geld", erinnerte sich der 20-Jährige. "Von den 1200 Euro aus dem Überfall habe ich schließlich Schulden und Drogen bezahlt", gab der Gladbacher im Gerichtssaal zu.

Am Ende verurteilte die Erste Jugendkammer den Angeklagten wegen schweren Raubes und Körperverletzung zu einer Einheitsjugendstrafe von drei Jahren. Diese Strafe enthält auch ein früheres Urteil von acht Monaten. Diese Jugendstrafe hatte sich der 20-Jährige im August des vergangenen Jahres vom Jugendschöffengericht eingehandelt. Damals war er wegen schweren Raubes und gemeinschaftlicher Freiheitsberaubung verurteilt worden. Er hatte sich an einem Überfall auf einen Kiosk an der Dohler Straße beteiligt. Die Beute: 540 Euro.

Quelle: RP
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