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Mönchengladbach
Randalierer wüten im Bunten Garten

Vandalismus im Bunten Garten in Mönchengladbach
Vandalismus im Bunten Garten in Mönchengladbach FOTO: Jochen Potz Netzwerk Bunter Garten
Mönchengladbach. Zerstörte Lampen, viel Müll, abgebrochene Bäume: In Gladbachs Premium-Parkanlage gibt es erhebliche Vandalismus-Schäden. Clean-up-Vorsitzender Eugen Viehof und der Förderverein des Parks fordern den Einsatz von Streetworkern. Von Dieter Weber

Der Park hat Premium-Qualität. Die Atmosphäre, die er ausstrahlt, lässt gestresste Großstädter zur Ruhe kommen: Wer durch den Bunten Garten spaziert, läuft oder mit dem Rad fährt, erlebt eine beschauliche, grüne Oase in einer hektischen Stadt. Normalerweise. Aber es gibt Schattenseiten. Vor allem in den Sommermonaten, wenn an lauen Abenden meist jüngere Menschen die große Wiese mitten im Bunten Garten zum Treffpunkt machen. Dass sie das tun, dagegen haben die meisten Bürger nichts. Wohl aber gegen das, was sie hinterlassen: Regelmäßig ist danach die Wiese vermüllt, Flaschen liegen herum, halb leere Pizzakartons locken Krähen und Ungeziefer an.

Als jüngst ein Anwohner durch den Bunten Garten joggte, traute er seinen Augen nicht: Fassungslos stand er vor einer brachial zerstörten Lampe, die Unbekannte einfach "umgeknickt" hatten. Der Lampenschirm lag einige hundert Meter entfernt - das Glas war in zig Scherben zerbrochen. Außerdem waren Mülleimer aus der Verankerung gerissen oder umgestülpt. Mehrere Bänke hatten die Unbekannten umgestoßen, aufgeschichtet oder kreuz und quer über die Wiese verteilt. Der Jogger fotografierte den Zustand und schickte die Fotos an die Initiative Netzwerk Bunter Garten. "Was können wir machen? So kann es doch nicht weitergehen", schrieb er hinzu.

Die Betroffenheit über die Zerstörungswut ist groß. Nicht nur bei den Anwohnern und Besuchern des Bunten Gartens, sondern vor allem bei den 150 Mitgliedern des Fördervereins Netzwerk Bunter Garten und beim Verein "Clean up MG" um seinen Vorsitzenden Eugen Viehof. Sie kümmern sich seit Jahren mit großem Engagement um die 30 Hektar große Anlage, die einst als Kaiserpark angelegt wurde und zum Beispiel 1903 Schauplatz einer großen Rosenausstellung war. Auch die Mitarbeiter der Mags, die fast täglich im Bunten Garten arbeiten und ihn auf Vordermann bringen, sind bitter enttäuscht, wenn sie erleben, wie die Erfolge ihres Einsatzes für den Park zunichtegemacht werden. "Jüngst haben Unbekannte Schlangenbäume zerstört. Und immer wieder werden Blumen aus den Beeten gerissen. Das ärgert meine Kollegen ungemein", sagt Mags-Sprecher Martin Braun. Die "umgeknickte" Lampe gehört zu insgesamt sechs, die in jüngerer Zeit eine Spenderin der Netzwerk-Initiative und damit der Stadt geschenkt hat.

Die FDP-Fraktionschefin Nicole Finger, selbst im Park-Netzwerk aktiv, hat die Zerstörungen im Bunten Garten jüngst zum Thema einer Anfrage im Rat gemacht. Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, der bei seiner Joggingrunde die Szenerie ebenfalls beobachtet, versprach Hilfe. Der Kommunale Ordnungsdienst (KOS) solle häufiger als bisher im Bunten Garten vorstellig werden, kündigte er an. Auch der Einsatz von Streetworkern wird erwogen. Zumal Anwohner den Verdacht äußern, dass die Wiese bereits längst ein Drogenumschlagplatz ist. Auch Eugen Viehof von Clean-up empfiehlt den Politikern dringend, Schritte zu ergreifen: "Der existierende Werteverfall ist ein gesellschaftliches Problem. Das dürfen wir aber nicht billigend in Kauf nehmen. Wir müssen präventiv handeln und brauchen eine konzertierte Aktion von KOS, Streetworkern und Polizei. Denn das sind längst schon keine Bagatellen mehr."

Jochen Potz, Vize-Vorsitzender des Netzwerks, hofft darauf, dass die Initiative dieses Mal zum Erfolg führt. Schon Anfang 2015 hatte er in einem Schreiben den OB auf die Situation aufmerksam gemacht. "Es kam ein nettes und freundliches Antwortschreiben von Sozialdezernentin Dörte Schall zurück. Aber geschehen ist nichts", sagt Potz.

Quelle: RP
 
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