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Mönchengladbach
Rat: Arcaden werden gebaut

Mönchengladbach: Rat: Arcaden werden gebaut
Gestern machte der Stadtrat den politischen Weg frei für den Bau der Arcaden. Auf der Stepgesstraße sind bereits die Baufahrzeuge angerückt. Dort steht in jede Richtung nur noch eine Fahrspur zur Verfügung. FOTO: Raupold/Kadawittfeld
Mönchengladbach. Mit 57 Ja- und 9 Nein-Stimmen hat der Rat den Bebauungsplan für die Arcaden verabschiedet. Die Bagger sind schon da – und werden die City in eine Großbaustelle verwandeln. Ab jetzt fallen zwei Spuren auf der Stepgesstraße weg. Von Ralf Jüngermann

So unmittelbar sind die Folgen politischen Handelns auch nicht alle Tage zu besichtigen: Um kurz nach halb drei machten die Ratsmitglieder gestern den politischen Weg frei für den Bau der Arcaden, die bis 2014 auf der Fläche des Alten Stadttheaters gebaut werden sollen. Parallel wühlten die Bagger schon die Stepgesstraße auf. Dort steht seit gestern Morgen nur noch eine Spur in jede Fahrtrichtung zur Verfügung – und das bleibt auch so lange so, bis die Durchfahrt ganz geschlossen wird.

Aktuell werden dort Leitungen verlegt, die für die Übergangshalle – in die einige Händler aus der Theatergalerie ziehen – und für die Arcaden selbst gebraucht werden. Damit können die Autofahrer ab sofort beginnen, sich von der Nord-Süd-Durchfahrt zu verabschieden. Denn wenn die Arbeiten ohne Verzug voranschreiten, wird die Durchfahrt Richtung Berliner Platz ab Ende November für immer gekappt sein.

Die Auswirkungen der Arcaden auf den Verkehr und ganz speziell die Schließung der Stepgesstraße waren in den vergangenen Wochen einer der Hauptkritikpunkte an dem Projekt. Gestern klang dies im Rat nur noch mal kurz an. Hans-Wilhelm Reiners bekannte für die CDU, was den künftigen Verkehrsfluss anlange, sei man alles andere als euphorisch. "Die Auswirkungen werden wir sorgfältig beobachten müssen", sagte Reiners.

Doch Politik sei oft ein Abwägungsprozess, bei dem Vor- und Nachteile einander gegenüberstellt werden müssen. Dass die Vorteile immens sind, stellten vor allem SPD, CDU und FDP heraus. Oberbürgermeister Norbert Bude sagte: "Heute sind wir am Ziel. Das ist ein historischer Tag für Mönchengladbach." Bude erinnerte an die vielen Diskussionen und Enttäuschungen auf dem Weg, nach dem Scheitern des Musicals "Gambler" eine neue Nutzung für das Alte Stadttheater zu finden.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Lothar Beine bekannte: "Es gab Phasen in dieser unendlichen Geschichte, da habe ich nicht mehr daran geglaubt, dass das etwas gibt." Jetzt würden viele Arbeitsplätze geschaffen. Sein FDP-Kollege Dr. Anno Jansen-Winkeln sieht durch die Arcaden die Zukunftsfähigkeit der Stadt sichergestellt. Deutlich zurückhaltender äußerte sich Karl Sasserath für die Grünen. Er erinnerte daran, dass die Grünen lange gegen das Einkaufszentrum gekämpft hätten. "Doch Politik besteht aus Kompromissen. Und ich bin froh, dass sich der bessere der beiden Kandidaten durchgesetzt hat", so Sasserath weiter.

Gegen den Bebauungsplan stimmten die FWG, die Linke, das Zentrum und die parteilose Ratsfrau Gisela Stähn. Rechtskräftig wird der Bebauungsplan erst, wenn die Bezirksregierung der Änderung des Flächennutzungsplans zugestimmt hat. Das wird spätestens Mitte Mai sein. Am 24. April wird der Rat der Stadt Viersen entscheiden, ob die Nachbarstadt gegen den Bau der Arcaden klagt. Mit demselben Gedanken tragen sich einige Gladbacher Bürger.

(RP/ila)
 
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