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Mönchengladbach
Real will an Krefelder Straße neu bauen

Mönchengladbach: Real will an Krefelder Straße neu bauen
An der Krefelder Straße soll die Warenhaus-Kette Real ihren Markt neu bauen dürfen. FOTO: jörg Knappe
Mönchengladbach. CDU und SPD bemühen sich darum, der Warenhaus-Kette einen Neubau am alten Standort zu ermöglichen. Das tun sie auch in dem Wissen, dass Real dann nicht in der City Ost neu bauen würde. Die Genehmigung dafür haben sie. Von Ralf Jüngermann

Der riesige Klotz an der oberen Krefelder Straße, den viele Gladbacher noch als Massa-Center kennen, gehört gewiss nicht zu den architektonischen Höhepunkten der Stadt. Dass nun gegenüber mit dem Polizeipräsidium ein zwar moderner und ansprechender, aber eben doch auch großer Baukomplex entsteht, macht die Angelegenheit nicht besser. Darum kann man gut verstehen, dass die Bauexperten unter den Politikern Handlungsbedarf sehen.

"Das ist eine der Haupteinfallstraßen in die Stadt. Was die Autofahrer da als ersten Einruck von Mönchengladbach sehen, ist nicht positiv", sagt Thomas Fegers (SPD). Auch seine CDU-Kollegin Annette Bonin sieht städteplanerischen Handlungsbedarf. "Den Handel an dieser Stelle neu zu sortieren, ist nötig. Das ist nicht mehr zeitgemäß", sagt die bau- und planungspolitische Sprecherin der CDU.

Tatsächlich dürfte allerdings ein anderes Argument für Politik und Verwaltung weit mehr Gewicht haben. Real wünscht sich seit langem die Möglichkeit, an dieser Stelle neu zu bauen. Und mit Real hat die Stadt gleich bei zwei anderen Projekten kritische Berührungspunkte. Die Kette hat neben dem Roller-Markt hinter dem Bahnhof nicht nur ein Grundstück, sondern auch die Genehmigung, dort ein SB-Warenhaus zu errichten. Die Stadt schmiedet genau an der Stelle aber gerade ganz andere Pläne. Das ganze Areal soll als City Ost zu einer Premiumfläche in der Gladbacher City mit Büros, Grün und Wasser entwickelt werden.

Erst vor einer Woche stellten drei Planungsbüros spannende erste Projektskizzen vor, wie die Masterplan-Idee vom Gladbach-Tal umgesetzt werden kann. Ein großes Warenhaus passt so gar nicht in das Projekt. Und schließlich steht die Stadt unmittelbar davor, Real-Konkurrent Kaufland seinen ersten Markt zu genehmigen. Kaufland wird an der Aachener Straße in Holt neu bauen. Ganz unumstritten ist der Standort nicht. Dass mitten im traditionellen Real-Land, wo auch die Konzernzentrale sitzt, der Hauptkonkurrent eröffnet, sorgt bei Real für vernehmliches Grummeln.

Weder in der Verwaltung noch in der Politik würde jemand eine Verbindung zwischen diesen Themen auch nur im entferntesten zugeben. Faktisch hoffen alle aber wohl genau dies: Darf Real an der Krefelder Straße neu bauen, wird es dafür keinen neuen Markt neben Roller geben. Real selbst äußert sich zu seinen Plänen offiziell nicht. Aus der Pressestelle heißt es lediglich: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir derzeit hierzu keine Auskunft geben können." Dem Warenhaus-Konzern geht es aber offensichtlich nicht darum, die Gesamtfläche, auf der sie Waren anzubieten, zu vergrößern. Geplant ist offenbar lediglich eine zeitgemäßere Art der Präsentation. Es ist sogar denkbar, dass die Zahl der Quadratmeter, auf denen Real in Mönchengladbach seine Waren verkauft, sinkt.

Bis dahin ist jedoch ein ganzes Stück Weg zurückzulegen - und das nicht allein in Mönchengladbach. Da der Markt weit außerhalb der Innenstädte liegt, ist die Genehmigung eine aufwendige Angelegenheit. Das nötige Bauleitverfahren dürfte drei Jahre dauern. Anzuhören sein werden dabei zum Beispiel auch die Willicher. Die Politiker beraten über die Frage morgen Abend im Bau- und Planungsausschuss zum ersten Mal. Die CDU und SPD wollen die Verwaltung beauftragen, das Bauleitverfahren auf den Weg zu bringen.

Quelle: RP
 
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