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Mönchengladbach
Reanimation: Nur drei Schritte können Leben retten

Mönchengladbach. Prüfen, Rufen, Drücken. Diese Abfolge sollte jeder im Notfall kennen, wenn eine Person bewusstlos zusammenbricht. 60 Lehrer der Musikschule der Stadt haben ihr Wissen über die Erste Hilfe wiederbelebt. Ein Team aus Ärzten und Pflegekräften der Kliniken Maria Hilf übte gemeinsam mit den Musikschullehrern an 50 Reanimationspuppen den Ernstfall. Von Laura Laermann

Zunächst wird überprüft, ob die betroffene Person noch reagiert und ob sie normal atmet. Danach sollte die 112 angerufen werden. Im dritten Schritt beginnt die Reanimation, bei der die Herzdruckmassage und die Mund-zu-Mund-Beatmung im Wechsel angewandt werden. 30-mal soll das Brustbein fünf bis sechs Zentimeter in einem Rhythmus von 100 Kompressionen pro Minute runtergedrückt werden, gefolgt von zwei Beatmungen. Viele fürchten sich vor diesen Maßnahmen und davor, etwas falsch zu machen. "In unserer Stadt wird nur in zehn bis 15 Prozent der Fälle durch Laien wiederbelebt", so Dr. Hendrik Haake, Oberarzt in der Kardiologie, Franziskus Krankenhaus. "In Deutschland sterben täglich rund 250 Personen durch einen Herzstillstand."

Dabei sind die lebensrettenden Maßnahmen leicht zu erlernen. Nach 45 Minuten sitzt der Ablauf. "Der Kurs ist sehr anschaulich und leicht verständlich" findet Robert Hurasky, Fachleiter der Popular Music. Als Schlagzeuglehrer hat er zwar kein Problem mit dem richtigen Rhythmus, das kräftige Drücken dagegen sei anstrengend. "Meinen letzten Erste Hilfe Kurs habe ich bei meinem Führerschein gemacht." So geht es auch Helga Steineker. "Ich wüsste gar nicht, wie ich im Notfall reagiert hätte. Daher ist der Reanimationskurs heute sehr hilfreich", so die Klavierlehrerin.

Zuletzt wird noch der Umgang mit einem Defibrillator für Laien geübt, der das Herz durch Stromstöße in den normalen Rhythmus bringt. Wie die Puppen, wurden auch Defibrillator-Attrappen vom Förderverein Maria Hilf der Musikschule zu Verfügung gestellt mit der Aufgabe, das Gelernte weiter zu verbreiten.

Quelle: RP
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