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Mönchengladbach
Reiterhof-Brand: Paranoider Täter erhält Bewährungsstrafe

Brand auf Reiterhof in Korschenbroich
Brand auf Reiterhof in Korschenbroich FOTO: Patrick Schüller
Mönchengladbach. Die Hauptverhandlung im Prozess um die Brandstiftung auf einem Korschenbroicher Reiterhof wurde gestern am Landgericht in Düsseldorf beendet. Ein 38 Jahre alter, psychisch kranker Mann aus Mönchengladbach hatte die Tat vom 31. Januar kurz nach seiner Festnahme wenige Tage nach dem Großbrand gestanden. Er gilt als schuldunfähig. Die Richterin verkündete gestern ihr Urteil: Die Maßregel soll zu einer fünfjährigen Bewährung mit diversen Auflagen ausgesetzt, der Beschuldigte im betreuten Wohnheim einer psychiatrischen Klinik in Duisburg untergebracht werden. Von Christian Kandzorra

Die letzten sechs Monate musste der Angeklagte einstweilig in der geschlossenen Psychiatrie verbringen. Mit dem Umzug ins Wohnheim soll er die Chance erhalten, sein Leben und seine Krankheit - eine Schizophrenie mit paranoiden Wahnideen - in den Griff zu bekommen. Jetzt muss er nachweisen, dass er seine Medikamente regelmäßig nimmt und sich an weitere Auflagen halten. Das soll dem Schutz der Allgemeinheit und dem Schutz vor sich selbst dienen. Staatsanwalt und Verteidiger waren sich zuvor einig geworden und hatten entsprechende Anträge an die Große Strafkammer gestellt.

Am letzten Tag der Hauptverhandlung hörte das Gericht noch einen Zeugen: den zum Tatzeitpunkt zuständigen Brandermittler der Polizei Neuss. "Es sollte nicht das Ziel sein, den Angeklagten in den Knast zu bringen. Viel wichtiger ist, dass ihm geholfen wird", betonte der Kommissar. Er war zwei Tage nach dem Feuer, bei dem weite Teile des Futtervorrats des Pferdehofes vernichtet und die Lagerhalle teilweise zerstört worden waren, zur Beweisaufnahme am Tatort - da, wo sich der Gladbacher wenige Tage später erneut blicken ließ. Ursprünglich - so habe er ausgesagt - hätten ihm Stimmen befohlen, zum Reiterhof zu gehen und das Stroh anzustecken. Außerdem sei er den Lichtern der Autos gefolgt. Als er erneut zum Tatort kam, habe er den Befehl bekommen, auf den Hof zu spucken. Dabei war er von mehreren Menschen, auch der Hofbesitzerin, beobachtet worden. Der Mann, der als Kind auf dem Hof reiten war und den Eigentümer nicht mochte, wurde vor Ort festgenommen. Wenige Wochen davor habe er eigenmächtig seine Medikamente abgesetzt, die ihn oft müde gemacht hätten.

FOTO: Sascha Rikkens

Jetzt werde dem Beschuldigten nach Auskunft seines Verteidigers bewusst, was er angestellt hat und wie wichtig es ist, dass er seine Medikamente nimmt. Der Gladbacher selbst entschuldigte sich vor Gericht - auch in Anwesenheit der Hofbesitzerin: "Es tut mir sehr leid. Ich werde alles dafür tun, dass so etwas nicht mehr vorkommt."

Quelle: RP
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