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Mönchengladbach
Rheindahlener Messerstecher brachte sich in Haft um

Rheindahlen: Spurensicherung nach Familientragödie
Rheindahlen: Spurensicherung nach Familientragödie FOTO: Reichartz,Hans-Peter
Mönchengladbach. Er tötete seine Frau mit 33 Stichen in Hals und Gesicht und verletzte seinen Sohn, der dazwischen ging, lebensgefährlich. Jetzt ist der 54-jährige Rheindahlener, der im September wegen Totschlags, versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Missbrauchs von Schutzbefohlenen zu zwölf Jahren Haft verurteilt wurde, tot. Von Gabi Peters

Wie die Polizei gestern in der Pressekonferenz zur Kriminalstatistik berichtete, hat sich der Mann im Gefängnis umgebracht. Der Fall hatte im Januar vergangenen Jahres die ganze Stadt erschüttert. Es muss kurz nach 9 Uhr gewesen sein, als es in der Wohnung in Rheindahlen zu einem heftigen Streit zwischen Eheleuten kam. Polizeieinsätze hatte es an der Wohnadresse der Familie schon oft gegeben. Mal beschwerten sich die Nachbarn über Ruhestörung, mal rief die Frau an, weil ihr Mann randalierte. Der 54-Jährige soll häufig betrunken gewesen sein, so auch am Abend vor der Tat. Am 24. Januar stach der 54-Jährige auf seine Frau ein. Der Sohn, damals 14 Jahre alt, ging dazwischen, weil er seine Mutter retten wollte. Da attackierte der Vater auch ihn.

Blutüberströmt rettete sich der Junge auf die Straße und suchte Zuflucht in einem Versicherungsbüro. Der Vater wütete weiterhin wie in Rage. Als die alarmierte Polizei eintraf, stellte er sich mit einem Messer und einer Axt in den Weg. Erst mit Schüssen konnte er gestoppt werden.

Die Tötung seiner Ehefrau sollte das Gericht später als Tat eines persönlichkeitsgestörten Affekttäters mit 2,3 Promille Alkohol im Blut werten. Der Angriff auf den Jungen war laut Urteil versuchter Mord.

Familiendrama in Mönchengladbach-Rheindahlen FOTO: Reichartz,Hans-Peter

Die Rheindahlener Messerstecherei ist eines von insgesamt sieben vollendeten und versuchten Tötungsdelikten, die die Polizei im vergangenen Jahr beschäftigten bzw. jetzt noch beschäftigen. Wegen versuchten Mordes wird unter anderem noch nach dem Gasaustritt an der Waldhausener Straße ermittelt. Dort hatten Täter in einem Haus, in dem sich Menschen befanden, an Leitungen herummanipuliert. Zum Glück wurde das Leck, aus dem das Gas austrat, rechtzeitig entdeckt. Sonst hätte es Tote gegeben.

An der Neusser Straße wurde im vergangenen Jahr ein Mann niedergestochen, der in einen Nachbarschaftsstreit unter Frauen geriet. Der Opfer überlebte die Tat schwer verletzt.

Außerdem wird noch in einem Fall ermittelt, in dem eine Frau zwei ungeborene Kinder verlor, weil ihr damaliger Freund sie geschlagen haben soll.

Quelle: RP