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Ruhestörung in Rheydter Marienkirche
Pfarrer sieht Anzeige gegen Kinder und Jugendliche als "Signal"

Mönchengladbach. Offenbar muslimische Kinder und ein Jugendlicher haben die Krippenfeier für Kinder in der Rheydter Marienkirche gestört und Gemeindemitglieder beschimpft. Mit zwei der fünf Ruhestörern hat der Pfarrer bereits gesprochen. Am Samstag will er auch Kontakt zu den Eltern aufnehmen. Von Aaron Clamann und Dieter Weber

Augenzeugen berichteten, dass eine Gruppe von offenbar muslimischen Kindern und Jugendlichen an Heiligabend in die Kirche gestürmt sei und angeblich "Scheiß-Christen" gerufen habe. Der Küster konnte zwei der insgesamt fünf Störer festhalten.

Der Rheydter Pfarrer Manfred Riethdorf hat  diese beiden bereits ins Gebet genommen. "Ich habe ihnen in der Sakristei deutlich gemacht, wie man sich in einer Kirche zu verhalten hat. Vermutlich schon morgen will ich Kontakt zu den Eltern aufnehmen, um mit ihnen und den Jugendlichen den Vorfall zu besprechen", sagte Riethdorf unserer Redaktion am Freitag.

Gegen 15.20 Uhr wurde die Polizei wegen des Vorfalls informiert. Am Parkplatz eines McDonalds-Restaurants übernahm eine Polizeistreife die beiden festgehaltenen Kinder und übergab sie den Eltern.

Im Gespräch mit den Eltern der beiden Kinder konnten die Beamten die Identität der drei anderen Unruhestifter ermitteln. Dabei handelte es sich um zwei Kinder und einen 14-Jährigen. Über die Religionszugehörigkeit der Störer machte die Polizei keine Angaben.

Ob es sich bei dem Vorfall um eine gezielte Aktion zur Störung der Religionsausübung an Heiligabend oder einen unbedachten Kinderstreich handelte, wollte ein Polizeisprecher nicht kommentieren.

Der Pfarrer stellte Strafanzeige wegen der Störung der Gottesdienstausübung. Diese Anzeige trifft in erster Linie den 14-Jährigen, da alle anderen Mitglieder der fünfköpfigen Gruppe noch nicht strafmündig sind.

Der 70-Jährige war 30 Jahre Studienrat an einem Gladbacher Gymnasium und will die Strafanzeige gegen die Kinder und Jugendlichen als "Signal" verstanden wissen. Riethdorf: "Diesen Vorfall sollten wir als eine Herausforderung zu einer Gesprächskultur betrachten."

 

 

 

(ac)