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Mönchengladbach
RP-Telefonaktion zu Erkrankungen rund ums Herz

Mönchengladbach. Es ist ein altes Vorurteil: Der Herzinfarkt trifft die stressgeplagten Manager. Nein, sagt Professor Dr. Jürgen vom Dahl, Chefarzt der Kardiologie an den Kliniken Maria Hilf. Der Arbeiter sei eher gefährdet als der Chef. "Nicht der Stress als solcher belastet das Herz", sagt er. "Nur der negative, der Dysstress stellt einen Risikofaktor dar." Manager leben heute im Allgemeinen eher gesundheitsbewusst, treffen sich zum Laufen im Wald und lassen sich regelmäßig durchchecken. Der Herzinfarkt ist keine Managerkrankheit. Aber er ist eine Erkrankung, der man vorbeugen kann. Von Angela Rietdorf

350.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Davon erliegen 50.000 Menschen einem akuten Herzinfarkt. Koronare Herzerkrankungen sind noch immer auf Platz 1 der Todesursachen in Deutschland und anderen Industrieländern. Die Risikofaktoren sind bekannt: Bluthochdruck, Nikotin, Diabetes, ein hoher Cholesterinspiegel. Dazu kommen Bewegungsmangel, Übergewicht und Stress. Zusammen ergibt das eine unter Umständen tödliche Mischung. Schaut man sich die Faktoren aber genau an, sieht man, dass Herzerkrankungen kein unabwendbares Schicksal sein müssen. Und sie müssen nicht tödlich enden.

"Durch Präventionsmaßnahmen kann man riesige Erfolge erzielen", sagt Professor vom Dahl. Dazu gehören Gewichtsreduzierung, Sport oder der Verzicht aufs Rauchen. Aber auch schon Erkrankten macht die Medizin heute viel Hoffnung. "Die medizinische Entwicklung hat dazu geführt, dass Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sechs bis acht Jahre Lebenszeit gewonnen haben", erklärt der Chefarzt. "Das ist ein großer Fortschritt, deutlich größer als in anderen Bereichen der Medizin."

Im Bereich der Herzchirurgie oder der Katheterbehandlung ist viel erreicht worden. Weitere Fortschritte sind in näherer Zukunft eher von der medikamentösen Therapie zu erwarten. "Es laufen bereits Studien zu Cholesterinsenkern, die wie Insulin gespritzt werden", sagt Jürgen vom Dahl. Das sei vielversprechend.

Alle Fragen, die Sie als Leser im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Herzen haben, können Sie am Mittwoch, 2. November, zwischen 15 und 16 Uhr den Kardiologie-Experten am Telefon stellen.

Wenn Sie sich fragen, was Sie Ihrem Herzen zumuten können, wann Sie es überfordern oder was Sie vorbeugend tun können, dann rufen Sie an. Mit Professor Dr. Jürgen vom Dahl (Telefonnummer 02161 244-150) und seinen Kollegen Dr. Bernd Krätzig (niedergelassener Kardiologe, 244-151) sowie Dr. Mudather Gailani (Oberarzt und derzeit kommissarische Leiter an der Klinik für Kardiologie am Eli, 244-152) stehen Ihnen hochkompetente Gesprächspartner zur Verfügung, die ein offenes Ohr für Ihre Ängste und Sorgen haben. Die Telefonaktion findet im Rahmen der alljährlich von der Deutschen Herzstiftung ausgerufenen Herzwochen im November statt. Dieses Jahr stehen sie unter dem Motto "Herz unter Stress".

Im Krankenhaus St. Franziskus findet außerdem am Montag, 7. November, ab 18 Uhr eine Informationsveranstaltung statt, die sich ebenfalls diesem Thema widmet.

Quelle: RP
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