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Mönchengladbach
Runrig zog sogar Fans aus den USA an

Runrig im Hockeypark
Runrig im Hockeypark FOTO: Marei Vittinghoff
Mönchengladbach. Eigentlich kommt die 69-jährige Kathleen Eves aus dem US-amerikanischen Pennsylvania. Für ihre Lieblingsband Runrig fliegt sie jedoch extra einmal um die halbe Welt: in den Sparkassenpark nach Mönchengladbach. Von Maximilian Krone und Marei Vittinghoff

Seit 20 Jahren folgt sie der schottischen Folk-Rock-Band aus der Ferne, drei Konzerte hat sie in Schottland schon miterleben dürfen - ein "einmaliges Erlebnis", wie sie mit leuchtenden Augen sagt.

Der Auftritt in Gladbach ist nun ihr viertes Aufeinandertreffen mit der Band, untergebracht ist sie bei einem deutschen Fan, den sie über eine internationale Facebook-Fan-gruppe kennengelernt hat. "Wir werden uns zusammen auch noch einiges in der Region anschauen, aber ursprünglich angereist bin ich nur wegen der Konzerte", erzählt Eves freudig. Die Band hat sie durch eine College-Professorin entdeckt, die Musikethnologie unterrichtete und gerade über die Band Runrig forschte. Eves, die am College arbeitete, sind die Musiker aufgrund ihrer irisch-amerikanischen Herkunft direkt aufgefallen: "Die Grundmusik ist einfach schön, die Texte sind kraftvoll und bildreich. Keltisch, aber trotzdem universell", schwärmt sie. Noch vor ihr, ganz vorne am Eingangstor, steht die "Fanmily", eine Gruppe von Fans aus ganz Deutschland. "Wir sind alles Riggies", sagen sie stolz. Ihre große Liebe zu Runrig wird gleich auf den ersten Blick klar: Fast jeder trägt das offizielle T-Shirt der vergangenen Tour, Ute Viell aus Viersen hat sich die Nägel in den Farben der schottischen Flagge lackiert, auf ihrem Kopf trägt sie einen passenden Hut. Auf dem Unterarm von Dirk Reidenbach, der in Mönchengladbach bereits sein 79. Runrig-Konzert sieht, ist sogar der Schriftzug der schottischen Musiker eintätowiert. "Ich bin nicht nur Fan, ich lebe es", betont er. Und auch Jörg Hofman fügt hinzu: "Runrig ist nicht nur eine Musikgruppe. Es ist ein Lebensgefühl. 95 Prozent der Texte sind Storys aus dem wirklichen Leben, sind politisch oder erzählen von der Kultur der Highlands".

Seit halb drei steht Hofmann mit seiner Freundin Daniela an. "Wenn man in der ersten Reihe stehen will, muss man halt leiden", sagt er lachend. Das Anstehen ist die Gruppe gewöhnt: Seit Jahren reisen sie der Band hinterher, gleich morgen sind sie an der Loreley-Freilichtbühne in Sankt Goarshausen wieder dabei. Auch Schottland haben sie aufgrund ihrer Idole schon erkundet. In ihrer Facebook-Gruppe "Runrig-Fans Deutschland" tauschen sie sich über ihre Erlebnisse aus: Man kennt die Gesichter vor der Bühne.

So wie Manuela Wlotzka und ihre Schwester Petra, die aus Bochum angereist waren, um ihre Lieblingsband zu sehen. Seit 2012 fahren die beiden in jedem Jahr auf mindestens ein Konzert und haben die Band auch schon auf Konzerte nach England begleitet. "Das ist einfach eine einzigartige Gruppe, weil sonst niemand diese Musik spielt. Besonders gefällt uns die Mischung aus englischen und gälischen Texten", sagen sie. Besonders angetan hat es ihnen Leadsänger Bruce Guthro. "Wegen ihm sind wir auch schon zu Konzerten nach Dänemark gefahren." Was dabei nicht fehlen darf: der Schottenrock, den beide auch gestern trugen.

Quelle: RP
 
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