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Mönchengladbach
RWE: Stadt übt mit anderen Kommunen Druck aus

Mönchengladbach. Der Energiekonzern will 2016 kaum Dividende zahlen. Gladbach will dagegen vorgehen und sucht Verbündete. Von Dieter Weber

Wenn Stadtkämmerer Bernd Kuckels von der "kommunalen Familie" spricht, meint das immer: Städte und Gemeinden eint ein gemeinsames Ziel, und das sollten sie dann auch zusammen vertreten. In der gestrigen Ratssitzung war bei ihm mehrfach von der "kommunalen Familie" die Rede. Und um was ging es? Meist um Geld. Zum Beispiel um die Dividende, die RWE seinen Anteilseignern zahlen will.

Der Konzern-Vorstand hat unlängst verkündet, dass er je Anteilsschein für 2016 kaum etwas auszahlen will. Konkret: Für die Stammaktie soll es keine Dividende mehr geben, für die Vorzugsaktie nur noch 13 Cent je Schein. Die Stadt besitzt insgesamt rund 1,9 Millionen Aktien und hat im Vorjahr noch 1,6 Millionen Euro Dividende eingestrichen. Kann der RWE-Vorstand seine Absicht durchsetzen, müsste Mönchengladbach für 2016 auf rund 1,36 Millionen Euro verzichten.

Aber - und hier kommt die "kommunale Familie" ins Spiel - dies wollen sich die Städte und Gemeinden nicht gefallen lassen. Und da kam FDP-Mitglied Kuckels in der gestrigen Ratssitzung ausgerechnet ein Antrag der bei den Liberalen meist nicht besonders geliebten Grünen gelegen. Die Umweltpartei wollte OB Hans Wilhelm Reiners (CDU) mit einem Ratsbeschluss versehen, um gemeinsam mit den anderen kommunalen Aktionären Druck auf RWE aufzubauen, damit der Konzern "mindestens 50 Cent" Dividende je Stammaktie zahlt. Der CDU war's nicht genug: Dann könnte man auch gleich 80 Cent pro Aktien fordern - so viel hat Kämmerer Kuckels auch in seinen Etat für 2016 eingeplant.

So ausweglos ist diese Initiative nicht. Denn andere Großstädte sind bereits in ähnlicher Form vorgegangen und haben sich entsprechend positioniert. Die Einmütigkeit der kommunalen Aktionäre könnte - so die Hoffnung - den Druck auf den Konzern RWE erhöhen und dazu führen, dass am Ende mehr ausgezahlt wird. Eines machte Kuckels klar: Ein mögliches kräftiges Minus bei der RWE-Dividende führt nicht dazu, dass man das Stärkungspakt-Ziel aus den Augen verliert: Der Haushaltsausgleich 2018 bleibt.

Quelle: RP
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