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Mönchengladbach
Salafisten, Aleviten, Rechte und Falken in der City

Salafisten verteilen Koran in Mönchengladbach
Salafisten verteilen Koran in Mönchengladbach FOTO: ape
Mönchengladbach. Für Samstag ist in der Mönchengladbacher Innenstadt wieder die umstrittene Koran-Verteil-Aktion "Lies" angemeldet. Und es gibt Gegendemonstranten. Von Gabi Peters

In der Gladbacher Innenstadt wird es am Samstag vier verschiedene Aktionen geben. Eine brisante Mischung: Die Salafisten haben wieder eine Sondergenehmigung für die umstrittene Koran-Verteil-Aktion "Lies!" beantragt und erhalten. Die Sozialistische Jugend Deutschland, die Falken, wollen dagegen demonstrieren, weil bei Behörden bekannt sei, dass einige "Lies!-Aktivisten" zurzeit "in Syrien oder im Irak für den Islamischen Staat kämpfen und dort morden, versklaven und vergewaltigen", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Die rechtspopulistische AfD hat ebenfalls einen Informationsstand angemeldet. Und am gleichen Tag geht der Alevitische Verein ASKD auf die Straße, um seine Solidarität mit den Opfern der Anschläge von Ankara zu zeigen.

Um Konfrontationen und mögliche Unruhen zu vermeiden, hat die Polizei schon in einem Kooperationsgespräch mit den Aleviten vereinbart, dass ihr Demonstrationszug nicht am Salafistenstand vorbeizieht. Aleviten lehnen generell eine dogmatische Religionsauslegung ab und stehen damit im krassen Gegensatz zu den Salafisten, die eine ultrakonservative Strömung innerhalb des Islam vertreten.

Das ist der Salafist Pierre Vogel FOTO: dpa, Marius Becker

"Wir hätten uns gewünscht, dass wir uns der alevitischen Demonstration anschließen könnten und haben Schwierigkeiten damit, die Sicherheitsbedenken der Polizei nachzuvollziehen", sagt Ulas Zabci, Anmelder der Falkenkundgebung und Sprecher der Falken in Mönchengladbach. Bei den Falken handele es sich um einen demokratischen und friedlichen Jugendverband. "Sollte das Problem bei den Salafisten liegen, dann muss der Infostand einer Demonstration weichen", erklärt Zabci.

Der "Lies!"-Stand soll von 10 bis 20 Uhr an der Hindenburgstraße, Höhe Franz-Gielen-Straße aufgebaut sein. Die Gegenkundgebung der Falken findet von 11 bis 14 Uhr gegenüber dem Salafisten-Stand in der Franz-Gielen-Straße statt.

Porträt: Das ist Sven Lau FOTO: Raupold

Die rechtspopulistische Partei AfD, von den Falken gemieden wie die Pest, will an ihrem Infostand nur unweit entfernt an der Hindenburgstraße/Ecke Stephanstraße von 8 bis 14 Uhr informieren. Und der Alevitische Verein ASKD trifft sich um 13 Uhr auf dem Alten Markt.

Die Falken, die sich gerne den Aleviten angeschlossen hätten, gehen nach eigenen Angaben am Samstag auch auf die Straße, um gegen die "Machtspiele und die undurchsichtigen Handlungen der türkischen AKP-Regierung und für eine Aufhebung des PKK-Verbots" zu demonstrieren.

Quelle: RP
 
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