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Mönchengladbach
Schießerei in Rheydt begann im Auto

Mönchengladbach: Schießerei in Rheydt begann im Auto
Die Schießerei in dem Garagenhof am helllichten Tag mitten im Wohngebiet hatte für viel Aufregung gesorgt. FOTO: Reichartz
Mönchengladbach. Die Polizei hat neue Erkenntnisse nach dem Schusswechsel in einem Garagenhof in Pongs. Die Frau, die dabei schwer verletzt wurde, konnte mittlerweile vernommen werden. Nun wird ein Zeuge gesucht, dem das Opfer ein Zeichen gab. Von Gabi Peters

Nach dem versuchten Tötungsdelikt in Rheydt haben Polizei und Staatsanwaltschaft gestern einen dringenden Zeugenaufruf gestartet. Denn es gibt neue Erkenntnisse. Die 32-jährige Frau, auf die am 24. April in einem Wohnblock an der Waldhornstraße mehrfach geschossen wurde, hat sich zwar noch nicht vollständig von ihren schweren Verletzungen erholt, konnte aber schon nähere Angaben zum Tathergang machen. Demnach spielte sich in dem Garagenhof in Pongs das Finale der Tat ab. Wie die Frau der Polizei berichtete, hatte ihr früherer Lebenspartner an diesem Tag schon vorher auf sie geschossen. Geschehen sei dies im Auto, auf dem Weg zur Waldhornstraße.

Der Ex-Lebenspartner habe die 32-Jährige an jenem Morgen nach Hause fahren wollen. Nach den Schilderungen der Frau zog der 38-Jährige im Auto die Waffe, richtete sie auf sie und drückte ab. Bereits schwer verletzt sei es der Deutsch-Kubanerin gelungen, aus dem Opel Astra ihres Ex-Freundes heraus, einen anderen Verkehrsteilnehmer auf sie aufmerksam zu machen. Sie habe Blickkontakt zu einem etwa 50- bis 60-jährigen Fahrer eines Pkw aufnehmen können, der sich rechts neben dem Opel Astra befand. Die 32-Jährige imitierte mit der Hand ein ans Ohr gehaltenes Telefon, um den Fremden um Hilfe zu bitten. Daraufhin muss der Zeuge mit seinem Auto hinter dem Opel Astra die Spur gewechselt und auf die Fahrerseite des Wagens gefahren sein. Der Tatverdächtige ließ daraufhin die Seitenscheibe hinunter und gab dem Zeugen beruhigend zu verstehen, dass alles in Ordnung sei, es nur einen kleinen Streit zwischen ihm und seiner Frau gegeben habe.

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Das Verdeck des dunkelblauen Opel Astra Cabrio mit Mönchengladbacher Kennzeichen war zu dem Zeitpunkt geschlossen. In welchem Bereich in oder um Mönchengladbach sie sich zu dem Zeitpunkt befunden haben, ist derzeit nicht bekannt. "Die Frau war zu diesem Zeitpunkt schwer verletzt und kann sich nicht erinnern", sagt Polizeisprecherin Cornelia Weber. Von welchem Ort das Paar an diesem Tag mit dem Wagen startete, wird aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgeben.

Die Mordkommission Melba fragt nun: Wer erkennt sich in dieser Schilderung als der unbekannte Zeuge wieder oder hat von einer solchen Begebenheit erfahren? Um Kontaktaufnahme wird unter der Rufnummer 02161 290 gebeten. Der Tatverdächtige, der seit dem 24. April wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft sitzt, hat ein südländisches Erscheinungsbild mit dunklem Teint und dunklen Haaren, die am Tattag vermutlich über der Stirn leicht nach oben gegelt waren. Er trug einen Dreitagebart, um den Mund herum als Kinn- und Oberlippenbart kräftiger ausgeprägt. Zum Aussehen des Zeugen oder zu dessen Fahrzeug sind keine weiteren Details bekannt.

Die Schießerei in dem Garagenhof am helllichten Tag mitten im Wohngebiet hatte für viel Aufregung gesorgt. Die Frau wurde dreimal im Oberkörper und einmal im Bein getroffen. Laut Zeugenaussagen schoss sich der Mann selbst ins Bein, als er die 32-Jährige mit der Waffe schlagen wollte. Der gemeinsame Sohn des Paares (5) befindet sich in der Obhut des Jugendamtes.

Quelle: RP
 
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