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Mönchengladbach
Schlaflos in Gladbach? Es gibt Abhilfe

Mönchengladbach: Schlaflos in Gladbach? Es gibt Abhilfe
Professor Haensch am Eingang zum Schlaflabor. Da heißt es: Pssst! FOTO: Knappe
Mönchengladbach. Klinik für Neurologie am Franziskus-Krankenhaus behandelt jährlich mehr als 1000 Patienten wegen Schlafstörungen. Von Dirk Richerdt

In wenigen Wochen ist Professor Dr. Carl-Albrecht Haensch schon anderthalb Jahre in Gladbach: als Chefarzt verantwortlich für die Klinik für Neurologie im Franziskus-Krankenhaus. Neben der Stroke Unit, der Intensivstation für Schlaganfall-Patienten, und dem 2014 angeschafften autonomen Funktionslabor liegt dem 50-jährigen Facharzt besonders der Ausbau des Schlaflabors an den Kliniken Maria Hilf am Herzen. "Das autonome und das vegetative Nervensystem sind meine Spezialgebiete", sagt Prof. Haensch.

"Wir untersuchen an unseren neun Messplätzen im Schlaflabor jährlich mehr als 1000 Patienten mit Schlafstörungen", berichtet Haensch, der zuvor in Wuppertal am Helios-Klinikum die Segnungen einer gut aufgestellten Schlafmedizin kennenlernte. Jüngst war der Chefarzt Gastgeber in seiner Klinik für die Jahrestagung der NRW-Gesellschaft für Schlafmedizin. "Wir hatten rund 50 Teilnehmer aus vielen neurologischen und pulmologischen Schlaflaboren in NRW", berichtet Haensch.

Die größte Gruppe der Schlafpatienten im Franziskus-Krankenhaus wird von Schlafapnoeikern gebildet. Patienten also, die nachts schnarchen und bei denen dabei vorübergehend die Atmung unbemerkt aussetzt. "Diese Gruppe ist einem gegenüber Normalschläfern deutlich erhöhten Risiko ausgesetzt, einen Schlaganfall zu erleiden; aber auch die Gefahr eines Herzinfarkts steigt bei Vorliegen von Schlafapnoe", sagt der Facharzt. Die Patienten können das Risiko mindern, wenn sie aufhören zu rauchen, Alkohol stark einschränken, ihr Gewicht verringern und sich mehr bewegen. Konkret setzen die Ärzte bei diesen Patienten auch eine Atemmaske ein. "Dieses CPAP-Gerät belüftet permanent die oberen Atemwege und sorgt für ungestörte, gleichmäßige Atmung", erläutert Haensch. Eine Infrarot-Kamera beobachtet die Frequenz und Intensität der Bewegungen im Schlaflabor.

Doch Schlafstörungen können vielfältigste Ursachen haben. Sie können zum Beispiel auf eine Epilepsie hindeuten. "Dem gehen wir im Schlaflabor auf den Grund", so Haensch. Die Patienten werden zur Beobachtung mit Elektroden verkabelt. Zwei Nächte bleiben sie in der Klinik. "Dabei messen wir nachts per EEG die Hirnstromkurve." Außerdem werden Atmung, die Sauerstoffsättigung im Blut und dessen Auswirkung auf die Herztätigkeit untersucht. Die CPAP-Maske können die Patienten übrigens zu Hause selbst praktisch anwenden. "Patienten, die hier die wohltuende Wirkung der Maske erfahren haben, wollen dies unbedingt daheim fortsetzen", fügt Haensch an.

Sorgen bereiten dem Chefarzt die "Gewaltschläfer". Das sind Menschen, die sich unter den Eindrücken ihrer Träume im Schlaf heftig bewegen, ja sogar um sich schlagen. Diese Gruppe erkranke langfristig häufig am Parkinson-Syndrom.

Und was hält der Experte vom schnellen Griff zur Schlaftablette? Professor Haensch: "Bei Vorliegen einer schweren Unruhe, ausgelöst zum Beispiel durch schlimme Erlebnisse oder durch einen Schicksalsschlag, ist gar nichts gegen die Einnahme von Schlaftabletten einzuwenden. Dies sollte aber nie über 14 Tage hinausgehen. Tabletten alleine sind keine dauerhafte Lösung bei chronischen Schlafstörungen."

Neurologen verabreichen durchaus auch Medikamente: Hormongaben können zum Beispiel dazu beitragen, den gestörten Schlafrhythmus wieder zu harmonisieren.

Quelle: RP
 
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