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Mönchengladbach
Schloss Rheydt ist in der Hand der Ritter

Das war das Ritterfest auf Schloss Rheydt
Das war das Ritterfest auf Schloss Rheydt FOTO: Reichartz,Hans-Peter
Mönchengladbach. Mit einem spektakulären Turnier begann gestern Abend das Mittelalterspektakel. Noch bis morgen können die Besucher in die Zeit der Ritter eintauchen, spannende Kämpfe beobachten und einen historischen Markt erleben. Von Christian Lingen

Sie reiten durch brennendes Stroh, das viele Meter hoch brennt, schlagen mit scharfen Schwertern aufeinander ein und stoßen einander mit Lanzen vom Pferd. Das Ritterfest auf Schloss Rheydt begann gestern Abend mit einem Turnier, das so spannend gestaltet ist wie selten zuvor. Die Geschichte dahinter ist denkbar simpel. Martin Luther schlägt seine Thesen an und stellt sich gegen den Ablasshandel der Kirche. Einem Kardinal gefällt das so gar nicht und so kommt es zum Streit. Ein Herold, Bran von der Rabensburg, bekommt diesen Streit mit und ruft zum Turnier. Dort sollen jeweils drei Ritter beider Parteien antreten und ausfechten, welche religiöse Seite denn nun die richtige ist.

Auch am Boden treten die Ritter an. Dort üben sie sich im Schwertkampf Mann gegen Mann. Heute treten sie im Buhurt an. FOTO: Reichartz Hans-Peter

Auf Seiten Martin Luthers treten alte Bekannte des Rheydter Ritterfestes an. So reiten Elmar von Rheydt, der Herzog von Schwaben und der Truchsess von Waldburg für den Reformator in die Arena. Der böse Kardinal lässt den Kurfürsten Joachim von Brandenburg, den Erzbischof von Köln und Herzog Erich von Braunschweig für sich antreten. In sechs Runden messen sie sich. Zuerst nehmen sie in vollem Galopp einen Bierkrug auf, dann ein Kreuz, das im sandigen Boden steckt. In der dritten Runde wird es feurig. Mit brennenden Lanzen bringen die Ritter Luftballons zum Platzen, in denen sich Drachenatem befindet. In der vierten und spektakulärsten Runde reiten die Ritter durch Stroh, das mehrere Meter hoch brennt. Eine pure Herausforderung auch für die Pferde. Nach Kämpfen am Boden und dem für Ritterturniere typischen Lanzengang steht Martin Luther als Sieger fest. "Doch dies war nur der Auftakt zu den Glaubenskriegen der folgenden Jahre", erklärt Bran von der Rabensburg und verbindet damit Fiktion und Historie. Er wünscht sich, dass Konflikte auch heute nur in Turnieren ausgetragen würden.

Das Ritterturnier wird heute und morgen noch mehrfach wiederholt. Wer gestern Abend nicht dabei war, hat nichts verpasst. Auch nicht den Mittelaltermarkt mit rund 70 Ausstellern. Er erstreckt sich über die gesamte Wallanlage. Dort gibt es neben Schmuck, mittelalterlicher Kleidung und Rüstzeug auch Speisen mit mittelalterlichen Namen. Auf der großen Wiese neben Schloss Rheydt haben diverse Rittergruppen ihr großes Heerlager aufgeschlagen. Dort reiht sich Zelt an Zelt. Natürlich darf das Lager besucht werden. Zwischendurch gibt es im Konzerthof immer wieder Darbietungen mit mittelalterlicher Musik, Gauklern, Hofnarren und Greifvögeln. So war es auch gestern Abend. Da durfte der Narrenkai das Ritterfest eröffnen und tat das ganz schön derb. "Möge der Wind, der euch den Rücken stärkt, nicht euer eigener sein", rief er den Besuchern und den Rittern zu.

Kurfürst Joachim von Brandenburg, der Erzbischof von Köln, Herzog Erich von Braunschweig, Elmar von Rheydt, der Herzog von Schwaben und der Truchsess von Waldburg (v.l.) kämpfen im Ritterturnier gegeneinander. FOTO: Hans-Peter Reichartz

Heute hat das Ritterfest von 11 bis 23 Uhr und morgen von 11 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet zwölf Euro für Erwachsene und vier Euro für Kinder bis zwölf Jahre. Eine Karte berechtigt nur zum einmaligen Eintritt. Inbegriffen ist zudem der Besuch des Museums Schloss Rheydt. Hunde dürfen allerdings nicht mitgebracht werden.

Quelle: RP
 
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