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Mönchengladbach
Schmölderpark: 20 Bäume müssen weg

Mönchengladbach: Schmölderpark: 20 Bäume müssen weg
Achim Mueller und Horst Hübsch begutachten eine der vom Brand-Krustenpilz befallenen Buchen im Schmölderpark. In den nächsten Tagen und Wochen müssen dort 2o Bäume gefällt werden. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Zahlreiche Buchen im Schmölderpark sind vom sogenannten Brand-Krustenpilz befallen und müssen deshalb gefällt werden. Die Rheydter Grünanlage ist in diesem Winter besonders stark von Baumfällungen betroffen. Von Sebastian Eussem

Er zersetzt den Wurzelstock, ist äußerlich kaum sichtbar, doch kann für Spaziergänger eine Gefahr sein: Der Brand-Krustenpilz: Er hat im Schmölderpark zahlreiche Buchen befallen und veranlasste die Stadt nun zum Handeln: In den nächsten Tagen und Wochen werden im Schmölderpark zwanzig Bäume gefällt. Realisierbar im Schmölderpark ist die Fällung von zwei Bäumen am Tag.

Ralf Krücken, Abteilungsleiter im Fachbereich Tiefbau und Stadtgrün erklärt die Maßnahmen: "Es ist eine schwere Entscheidung gewesen, so viele Bäume zu fällen. Auch wenn es weh tut, haben wir gegenüber den Spaziergängern und allen anderen Bürgern eine Fürsorgepflicht, die über allem steht. Auch wenn einige Bäume äußerlich kerngesund aussehen, sind sie im Inneren schon lange befallen."

Der Zersetzungsprozess bei den zu entfernenden Bäumen sei schon auf 20 Jahre festzustellen, identifiziert werden konnte der Pilzbefall jedoch erst bei den letzten Baumprüfungen. Der konkrete Grund für die nun anstehenden Arbeiten, der Brand-Krustenpilz, der den Baum von innen faulen lässt, ist bis 1,50 Meter über dem Grund sichtbar. Für die Stadt ist dies das Zeichen, dass die Buchen nicht mehr zu retten sind. Arno Müller, Arborist und im Grünflächenamt für die Baumprüfungen zuständig, sah ebenfalls keine Alternativen zur Rettung der Bäume: "Der Baum hat viele eigene Reserven, von denen er lange leben kann. Doch der Brand-Krustenpilz im Wurzelstock sorgt dafür, dass die Buche letztlich nicht mehr standsicher ist."

Bezirksvertreter Horst Hübsch sieht als wichtig an, "dass wir die Öffentlichkeit über diese unschönen Entscheidungen informieren müssen. Wenn wir gerne über die vielen Verschönerungsarbeiten und Investitionen im Schmölderpark berichten, müssen wir dies in diesen Fällen auch tun und über die fachlichen Gründe informieren. Die Arbeiten sind leider nicht abwendbar und richtig."

Nichtsdestotrotz stießen die Fällungsarbeiten bei Anwohnern und Spaziergängern teils auf Unverständnis: Frau Schmitz, die in der Nähe des Schmölderparks wohnt und dort häufig Sport treibt, wollte vom Experten Arno Müller eine genaue Erklärung für den Grund der Fällungen: "Ich verstehe es nicht. Mir tut es weh, wenn ich das hier ansehe."

Abteilungsleiter Ralf Krücken verteidigte die Maßnahmen jedoch: "In Mönchengladbach kontrollieren insgesamt sechs Kontrolleure über 180.000 Bäume im Stadtgebiet. Jede Fällung wird zumindest im Vier-Augen-Gespräch diskutiert und kann nicht einfach von einer Einzelperson beschlossen werden, die schlecht gefrühstückt hat."

Der Schmölderpark ist einer der Orte, der im Winterhalbjahr 2015/2016 am stärksten von den Baumfällungen betroffen ist: Von den insgesamt 339 geplanten Fällungen ist die Rheydter Grünanlage ein Schwerpunkt. Neben dem häufig entstandenen Sicherheitsrisiko durch die ausgebreitenden Pilze sind auch die häufig entstandenen Schäden wie Pflaster- und Plattenverwerfungen oder irreparable Schäden an benachbarten Baukörpern ein wesentlicher Fällungsgrund.

Quelle: RP
 
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