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Mönchengladbach
Schnee schippen statt shoppen

Winter in NRW: Schnee-Chaos im Rheinland
Mönchengladbach. Der Wintereinbruch sorgte am verkaufsoffenen Sonntag für leere Geschäfte, viele Schneeballschlachten und eine Reihe Unfälle. Von Andras Gruhn und Simone Krakau

Denise Viand formt den kalten Schnee in ihren Händen. Dass sie keine Handschuhe trägt, ist ihr egal. Lachend bewirft sie ihre Mutter Ulrike - diese geht gleich auf Angriff. Anstatt sich darüber zu beschweren, dass sie ihr zugeschneites Auto freischaufeln müssen, erfreuen sich die beiden Frauen an dem Schnee. "So eine Schneeballschlacht macht doch Spaß", so Ulrike Viand.

Auch die Kinder auf dem Nikolausmarkt in Rheindahlen haben ihre große Freude an dem Schnee. Melina hat ihren Schlitten mitgebracht, damit Mama und Papa sie ziehen können. Ihre Brüder Colin und Ben rollen Schnee zu einer großen Kugel: "Wir bauen einen Schneemann", sagt Colin stolz. Immer wieder wird ein Schneeball durch die Luft geworfen und man hört freudige Kinderschreie. Auch der fünfjährige Ben tobt den ganzen Tag im Schnee. Nachdem er tagsüber schon einen Schneemann gebaut hat, macht er sich danach ans Schneeschnippen vor dem Haus. "Damit die Leute bei uns auch sicher vorbeigehen können."

Nachgemessen: Fast neun Zentimeteer Schnee gab es. FOTO: A. Gruhn

Ungefähr neun Zentimeter hoch war die Schneeschicht in der Mönchengladbacher Innenstadt. Die hatte ihre Auswirkungen: Zwischen 11.30 Uhr und 15 Uhr nahm die Polizei rund 20 wetterbedingte Unfälle auf. Bei einem Unfall auf der Korschenbroicher Straße wurde eine Person leicht verletzt, an der Gingterstraße zwei. Ansonsten blieb es zunächst bei Blechschäden. Linienbusse der NEW fuhren nicht mehr über die Hindenburgstraße und den Alten Markt. Der Busverkehr wurde über Ausweichrouten abgewickelt. Im Gewerbegebiet Güdderath kamen laut Polizei zwei Gelenkbusse nicht mehr von der Stelle. Auch am Rheydter Ring kam es zu Staus.

"Die Leute sind sehr angepasst gefahren", lobte die Einsatzleitstelle der Polizei. Das galt allerdings nicht für einen Autofahrer, der auf Sommerreifen auf dem nassen Schnee in ein am Straßenrand geparktes Auto rutschte. Das passierte genau vor der Polizeiwache am Alten Markt, und bei dem demolierten Fahrzeug handelte es sich um einen Streifenwagen der Polizei. Den Fahrer erwartet ein saftiges Bußgeld.

Der Rheydter Stadtwald verwandelte sich gestern für viele Kinder und Eltern in ein Wintersportparadies. FOTO: Reichartz

Leidtragende des Schneefalls waren Einzelhändler am verkaufsoffnen Sonntag in Gladbach, Rheydt und Rheindahlen. Die Kauflaune war deutlich getrübt. Großes Getümmel gab es nirgendwo. Auch wenn sich das Herz Rheindahlens dank des Nikolausmarktes und dem Schnee in eine wunderschöne Winterlandschaft verwandelte, blieb der große Andrang aus. Stephan Schuhmacher, Veranstalter des Nikolausmarktes: "Zwei Stände haben sogar wetterbedingt kurzfristig abgesagt. Auch am Samstagabend hielt sich die Besucherzahl in Grenzen."

Der verkaufsoffene Sonntag in Rheydt lockte ein paar mehr Leute in die Stadt. Dass es in diesem Jahr mal nicht so voll war, freute den ein oder anderen Besucher sehr. "So kann man mal in aller Ruhe Weihnachtsgeschenke kaufen", sagte Kathrin Schmitz. Wer die Innenstadt in Mönchengladbach an einem verkaufsoffenen Sonntag in der Vorweihnachtszeit besucht, braucht eigentlich immer starke Shopping-Nerven. Gestern war es jedoch ruhig. Das Wetter wirkt sich auch auf die verkauften Artikel aus: Laut Einzelhandelsverband war am Wochenende vor allem warme Winterkleidung der Renner.

Verkehrsprobleme gab es an vielen Stellen wie hier an der L31 in Korschenbroich, wo ein Lkw quer stand. FOTO: Jürgen Thoren
Quelle: RP
 
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