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Mönchengladbach
Schock: Mehr als die Hälfte ans Finanzamt?

Mönchengladbach: Schock: Mehr als die Hälfte ans Finanzamt?
Manchmal ist es nicht so einfach, durchzukommen beim Christkindlmarkt. Doch für die Atmosphäre und den guten Zweck wird das in Kauf genommen. FOTO: Raupold Isabella
Mönchengladbach. "Haben wir wochenlang gebacken, gebastelt und gearbeitet - damit am Ende das Finanzamt mehr als die Hälfte des Erlöses kassiert, das doch für die Behinderten-Organisationen gedacht ist?" Diese Frage mussten sich die beiden Initiatorinnen des Christkindelmarktes 1980 auf einmal stellen. Das Finanzamt hatte ihnen mitgeteilt, sie sollten die 78.000 Mark besser noch nicht an die Behinderten verteilen, sondern abwarten, bis geklärt sei, ob der Erlös steuerpflichtig sei. Sollten so mehr als 40.000 Mark nicht an die Behinderten, sondern an den Fiskus gehen?

"Wir konnten es nicht glauben", sagen Renate Gliemeroth und Ruth Walter. Das Finanzamt versprach zwar, man werde "nach einer vernünftigen Lösung" suchen. Die gab es, aber erst ein Dreivierteljahr später: Der Christkindlmarkt wurde als "Spendenverein" eingestuft, der keine Steuern für das Spendengeld zahlen muss.

Es war nicht das einzige Problem der bisher 44 Christkindlmärkte. Da gab es mal Glatteis oder über Nacht einen Sturm, der die Buden wegfegte. Vor allem die Stadt sorgte mit immer neuen Auflagen für Kopfzerbrechen, zusätzliche Kosten und Arbeit. "Wir mussten zum Beispiel auf einmal Spülmobile haben, oder sehen, dass die Kühlkette für unsere Lachsterrine und Wildpastete nicht unterbrochen wurde. Es wurde von Jahr zu Jahr immer schwieriger. Aber der Markt ist nicht daran zerbrochen", sagen die beiden Gründerinnen.

Er hat auch die wachsende Konkurrenz durch kommerzielle Weihnachtsmärkte, den Umzug vom Theatervorplatz auf den Alten Markt und schließlich auf den Kapuzinerplatz überstanden, sich gegen zeitgleiche Heimspiele Borussias behauptet. Und am kommenden Samstag wohl auch gegen das Snowboard-Festival im Nordpark, das um 16 Uhr losgeht. "Ich baue darauf, dass der Christkindlmarkt hier so bekannt ist, dass wie immer viele Menschen zu uns kommen", sagt Charlotte Lorenz.

(oes)
 
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