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Mönchengladbach
Schöner lernen und leben mit Graffiti-Kunst

Mönchengladbach. Die triste braune Fassade vom Gymnasium am Geroweiher wird bunt. Fördermittel, die eine ehemalige Lehrerin als Privatperson beantragt hat, machen es möglich. Profitieren sollen Schüler und Bürger. Von Gabi Peters

Bürgerschaftliches Engagement wird in Mönchengladbach belohnt. Einmal im Jahr können sich Menschen bei der Stadt um Fördermittel für Projekte bewerben. Bärbel Schilling, ehemalige Lehrerin des Gymnasiums am Geroweiher, hat das gemacht. Sie bewarb sich als Privatperson um einen Zuschuss zur Verschönerung der Neubau-Außenfassade ihrer alten Schule - einem Projekt, von dem nicht nur die Schüler des Gymnasiums an der Balderichstraße profitieren sollen, sondern auch die Bürger. Denn der Durchgang vom Geropark über das Schulgelände zur Straße wird von vielen Passanten genutzt. Zusammen mit der Schulleitung, städtischen Mitarbeitern und Denkmalschützern wurden ein Jahr lang intensive Gespräche über die Umsetzung der Idee geführt. Eingebunden waren auch Eltern, Lehrer und Schüler. Schulleiter Dr. Christian Dern war, wie er selbst sagt, sofort "Feuer und Flamme". "Das Gymnasium am Geroweiher gehört zu Mönchengladbach. Und wenn wir einen Beitrag dazu leisten können, die Stadt attraktiver zu machen, dann ist das doch wunderbar", sagt er.

Das Ergebnis der Beratungen: Bekannte Graffiti-Künstler sollen die Fassaden des Neubaus verschönern. Steffen Mumm und Philipp Kömen sind schon fleißig bei der Sache. Denn sie bereiten das große Gesamtkunstwerk vor, bevor weitere Graffiti-Künstler aus dem gesamten Bundesgebiet und ausgewählte Schüler mit sprayen. Die Akteure haben nur eine Vorgabe: Bei ihrem Gemeinschaftswerk müssen die Themen "Schule" und "Mönchengladbach" im Mittelpunkt stehen. Steffen Mumm wird als Fachmann für Typographie mindestens einen Schriftzug anbringen. Philipp Kömen, ein Meister der realistischen Darstellung, will eine Schülerin porträtieren und ihr damit zur Ehre verhelfen, für immer auf dem Schulgebäude abgebildet zu sein. Auch die anderen Künstler haben schon Ideen im Kopf - vom "Nerd" mit dicker Brille bis hin zum chillenden Schüler mit Rucksack. Bei den Schülern kommt die Aktion jetzt schon gut an. "Farbe ist doch viel schöner als das triste Braun", sagt Celina Osmanovic von der SV. Und auch ihr Kollege Rick Duman ist gespannt, wie das Gesamtkunstwerk am Ende wohl aussieht. Neugierig sind aber auch Nachbarn - wie zum Beispiel die Santander Bank, die sich sofort bereit erklärte, die Aktion zu sponsern, genauso wie die Firma Bollmann und die Sozial Holding. Bestaunt werden darf es am Freitag, 30. September, und Samstag, 1. Oktober. Dann lädt die Schule jeweils von 11 bis 18 Uhr zum Fest ein. Und weil die kunstvolle Fassaden-Verschönerung nicht nur für die Schüler ist, sondern wie gesagt auch für die Nachbarn, sind auch die ausdrücklich eingeladen, genauso wie alle Kunstinteressierten. Vor Graffiti-Kulissen gibt es Speisen, Getränke und Musik. DJ Barilla Funken, ein ehemaliger Schüler, hat sich extra Urlaub genommen, um unentgeltlich an seiner alten Schule zu moderieren. Ex-Lehrerin Bärbel Schilling wird natürlich auch dabei sein, und im Stillen hegt sie die Hoffnung, dass das Kunstwerk am Gymnasium am Geroweiher irgendwann einmal dazu beiträgt, dass Mönchengladbach in den Reigen der Europa-Street-Art-Städte aufgenommen wird.

Quelle: RP
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