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Mönchengladbach
Schon wieder Schüsse im Rockermilieu

Mönchengladbach: Schüsse auf Rocker-Geschäft
Mönchengladbach: Schüsse auf Rocker-Geschäft FOTO: Theo Titz
Mönchengladbach. Ist es doch ein Rocker-Krieg? Nach Kutten-Diebstahl, Sprengsätzen und Schüssen in Mönchengladbach gab es nun zwei Anschläge in Hückelhoven und Erkelenz. Die Ermittler schließen eine Verbindung nicht aus. Von Gabi Peters und Gabi Laue

Es muss ein gewaltiger Knall gewesen sein, der Einwohner in Hückelhoven-Baal gestern kurz vor 2 Uhr aus dem Schlaf riss. Nicht nur das Vereinsheim der Rockergang "MC Outlaws Heinsberg" wurde beschädigt, sondern auch die Nachbarhäuser. Es war der zweite Anschlag auf das Clubhaus. Wie jetzt bekannt wurde, waren dort bereits am Montag drei Brandsätze gezündet worden. Viel passiert war nicht, und offenbar hatte niemand die Polizei alarmiert.

Das war gestern anders. Die Polizei riegelte die Straße ab, das LKA wurde zur Unterstützung bei der Spurensuche gerufen. Denn es war nicht der einzige Anschlag im Rockermilieu gestern. Nur eine Stunde nachdem der Sprengsatz detonierte, wurde ein Friseur-Salon in der Erkelenzer Innenstadt beschossen. Der Betreiber soll ein Mitglied der Outlaws Heinsberg sein.

Das alles erinnert sehr an die Vorfälle in Mönchengladbach. In der Nacht zum 8. August war auf ein Geschäft in Rheydt an der Hauptstraße geschossen worden. Wie im Erkelenzer Fall wurden auch hier mehrere Einschusslöcher in der Schaufensterscheibe gefunden. Allerdings soll der Rheydter Laden für Nahrungsergänzungsmittel von einem Hells Angel geführt werden. Und die Hells Angels zählen zu den Todfeinden der Outlaws.

Rocker in der Region – Chronik der Gewalt FOTO: dpa, Fredrik von Erichsen

Seit drei Wochen gibt es immer wieder Anschläge im Rockermilieu. Bis jetzt gab es nur "Warnschüsse" in dem Rocker-Machtkampf. Denn verletzt wurde niemand - außer vielleicht das Mitglied der Rockergruppe MC Gremium Heinsberg, das am 19. Juli in einer Mönchengladbacher Gaststätte verprügelt und dessen Kutte gestohlen wurde. Täter wurden bisher in keinem Fall überführt. Unter Rockern gilt das eiserne Gesetz: "Keiner redet mit der Polizei." Das macht die Ermittlungen schwierig.

Deshalb ist auch schwer zu sagen, was dran ist an der gestrigen Meldung, dass ein Outlaw-Unterstützer wenige Stunden nach dem Sprengsatzanschlag in Baal in der Hückelhovener Innenstadt beschossen wurde. Er hatte einem Freund von den Schüssen berichtet. Der war dann zur Polizei gegangen. Doch das angebliche Opfer revidierte wenig später seine Aussage: Nein, es habe doch keine Schüsse gegeben. "Bis jetzt gibt es auch keine Zeugen und keine Hinweise für Schüsse am angeblichen Tatort. Außerdem ist der Mann unverletzt", sagte der zuständige Staatsanwalt Stefan Lingens gestern. Bis jetzt gebe es zwar keine konkreten Anzeichen auf Zusammenhänge zwischen den Taten in Mönchengladbach und im Kreis Heinsberg, aber auszuschließen sei dies nicht, so Lingens.

FOTO: jKn/Reichartz

Welcher Sprengsatz für die Detonation am Rocker-Clubhaus in Baal für die Detonation sorgte, muss noch untersucht werden. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Sprengkörper, die am 27. Juli am Vereinsheim der Mönchengladbacher Outlaws an der Fliethstraße abgeworfen wurden. Gerüchten nach soll es sich um eine Handgranate und einen Molotow-Cocktail gehandelt haben. Die Polizei bestätigt das aber nicht. Frühestens in einer Woche könne Genaueres dazu gesagt werden, so ein Polizeisprecher.

Quelle: RP
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