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Mönchengladbach
Schüler sollen keine Angst vor dem Klimawandel haben

Mönchengladbach. Im Internet gibt es viele verschiedene Meinungen zum Klimawandel. Einige sagen, er sei nur erfunden. Andere, dass wir kurz vor einer Katastrophe stehen. Die Meinungen gehen häufig ins Extreme. "Für die Schüler ist es schwer, diese zu bewerten", sagt Prof. Dr. Christoph Buchal vom Forschungszentrum Jülich. Der Physiker und Sachbuchautor ist an das Gymnasium Am Geroweiher gekommen, um mit den Schüler der Jahrgangsstufe Q 2 über das Thema "Klima im Wandel - Welt im Wandel" zu sprechen. Von Lena Köhnlein

Der Knackpunkt sei jedoch, dass man gar keine genaue Aussage über die Zukunft treffen könne. "Es gibt viele Meinungen, die sich massiv widersprechen. Daher möchte ich keine Aussage über die Zukunft treffen", sagt Buchal. Gerade diese würden Jugendliche aber häufig suchen. Das weiß auch sein Kollege. "Sie erwarten von uns eine Antwort und sind ganz erstaunt, dass wir keine geben können, weil die Situation so komplex ist", sagt Dr. agr. Thomas Pütz vom Institut für Bio- und Geowissenschaften. Eine einfache Lösung gebe es nicht. Das mache vielen Angst. "Diese Angst muss man ernstnehmen, und ich hoffe, dass wir das schaffen", sagt Pütz.

In seinem Vortrag über "Sichere Ernährung im Spannungsfeld einer wachsenenden Weltbevölkerung und des Klimawandels" zeigt er daher auf, dass wir hierzulande mit allen Ressourcen versorgt sind. Dabei vergessen wir das oft. "Warum hat denn keiner das Erntedankfest gefeiert?", fragt Pütz in die Runde. Eine Schülerin weiß es: "Weil wir Nahrung als selbstverständlich ansehen." Die jungen Menschen erfahren, dass es vielen nicht so gut geht wie ihnen. Sie sehen Bilder: Ein dürrer Mann bindet sich den Bauch mit einem Strick ab, um das Hungergefühl zu stoppen.

Der Vortrag soll aufklären. "Wir wollen unsere Schüler hierfür sensibilisieren", sagt Schulleiter Dr. Christian Dern. "Sie sollen dazu fähig sein, sich eine eigene Meinung zu bilden und als mündige Bürger zu handeln." Hierfür gebe es keine bessere Methode, als sich die Wissenschaft ins Haus zu holen, so der Schulleiter. Auch der Vortrag von Christoph Buchal zieht die Schüler sofort in seinen Bann. Sie haben viele Fragen an den Professor. Und die Unsicherheit der Schüler ist spürbar. "Gibt es Grund zur Beunruhigung?" - "Die Naturkatastrophen haben doch zugenommen?" - "Nicht alles ist sofort auf den Klimawandel zurückzuführen", antwortet Buchal. Er erklärt unter anderem den Treibhauseffekt und die Kälteperioden unseres Planeten.

Aber am wichtigsten sei die Photosynthese, auch für den Abschluss der Gymnasiasten: "Wer die Photosynthese nicht kann, der fliegt durch."

Quelle: RP
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