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Mönchengladbach
Schüsse auf Wohnhaus: Täter muss für vier Jahre ins Gefängnis

Mönchengladbach. Bereits zu Prozessbeginn hatte der angeklagte Mönchengladbacher (29) vor der 7. Großen Strafkammer des Landgerichts ein Geständnis abgelegt. In der Nacht zum 2. Oktober 2015 hatte der junge Familienvater mit einer halbautomatischen Pistole fünfmal auf ein Zweifamilienhaus am Reststrauch geschossen. Damit hatte der 29-Jährige laut Anklage für die dort wohnenden sieben Menschen eine "Gefährdungslage" geschaffen. Von Ingrid Krüger

Jetzt hat das Schwurgericht den Angeklagten wegen versuchten Mordes, Verstoßes gegen das Waffengesetz und wegen Sachbeschädigung zu einer vierjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Schwurgericht habe dabei das frühzeitige und umfassende Geständnis des Schützen berücksichtigt, sagte der Kammervorsitzende Lothar Beckers in der Urteilsbegründung. Außerdem sei bei dem Angriff auf das Haus niemand verletzt worden. Es habe sich um eine spontane, alkoholbedingte Tat gehandelt. Nach acht Monaten Untersuchungshaft hat das Gericht jetzt beschlossen, den Angeklagten von der Haft zu verschonen. Aber der Mönchengladbacher muss seinen Pass abgeben, sich immer wieder bei der Polizei melden und außerdem eine Kaution in Höhe von 30.000 Euro zahlen.

Als Motiv für die Tat hatte der 29-Jährige eine langjährige Familienfehde angegeben. Mit der anderen Familie habe es ständig Streit um finanzielle Dinge gegeben. Am 1. Oktober 2015 sei auf der Geburtstagsparty seines Bruders viel Alkohol geflossen. "Ich habe viel Zigeunerschnaps getrunken", erinnerte sich der Angeklagte im Gerichtssaal. Zu Hause habe er damals nach einem Streit mit seiner Ehefrau die Wohnung verlassen und sei nach Krefeld gefahren. In der Nacht zum 2. Oktober 2015 habe er schließlich in Mönchengladbach die fünf Schüsse aus den Autofenstern auf das Haus abgegeben. Die Pistole habe er später seinem Schwiegervater ausgehändigt, was der allerdings im Gerichtssaal in seiner Zeugenaussage nur widerstrebend zugab.

Am Ende beteuerte der Gladbacher: "Das Ganze sollte eine Warnung für die andere Familie sein. Die Tragweite war mir nicht bewusst. Jetzt ist hoffentlich Frieden."

Quelle: RP
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