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Mönchengladbach
Schützentraum in Prunk, Glanz und Gloria

Mönchengladbach: Schützentraum in Prunk, Glanz und Gloria
"Für Glaube, Sitte und Heimat": Der 1860 gegründeten St. Michaels-Bruderschaft in Hehn sind traditionen sehr wichtig, sie scheut sich aber auch nicht vor Neuerungen. In diesem Jahr gab es erstmals eine "Kirmes WG". Die Parade am Samstag verlief nach dem bewährten Muster. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. In Hehn legt die St. Michaels-Schützenbruderschaf besonders viel Wert auf Traditionen - trotz mancher Neuerungen. Von Sabine Winkler

Nicht umsonst nennt die Schützenbruderschaft St. Michaels ihr Volks- und Heimatfest "Prunkfeier". Bereits am Ortseingang sieht jeder Autofahrer: Hier feiert Hehn groß. Noch bis zum morgigen Dienstag steht der Stadtteil Kopf. Gefeiert wird rund um die Kirche am Heiligenpesch mit viel Prunk, Glanz und Gloria.

Die Hehner Schützen gelten als echte Traditionalisten in Gladbach. Seit Samstag ist dort alles offiziell unter der Regentschaft von König Manfred Oelen. Seine Brudermeister Tom Heuer und Mario Storms nehmen ihm einige organisatorische Aufgaben ab. Nur das Antreten zu den Paraden muss er selbst auf die Reihe kriegen.

Zur Vorparade und Gefallenenehrung an der Kirche in Hehn ist ihm das auf jeden Fall gelungen. Anschließend ging es im Festanzug herausgeputzt und mit Partnerin im Ballkleid zum Festball. Im Falle von König Oelen ist es seine Frau Martina. "Böse Zungen behaupten, ich hätte Manni nur geheiratet, wenn ich einmal Königin von Hehn werde", scherzte sie.

In Hehn hat jede Tradition ihren Platz im Programm des Schützenfestes der 1860 gegründeten Bruderschaft. Ihr Wahlspruch "Für Glaube, Sitte und Heimat" ist dabei mehr als nur ein Credo. In den letzten Jahren haben die Schützen einiges Neues ausprobiert und sind sich trotzdem treu geblieben. Auch dieses Jahr gibt es eine Neuerung. Erstmals gibt es eine "Kirmes WG". Das Königspaar zieht für die Prunk bei Manfreds Bruder Ulli ein. So sind alle immer schnell überall während der Prunkfeier.

Natürlich feiern die Hehner nicht alleine. Bei ihren Paraden wirken auch das Bundesschützentambourcorps aus dem benachbarten Hardt, Broich und Lürrip mit. Ebenfalls für musikalische Unterstützung und für zünftiges Flair sorgen die Musikkapelle Mönchengladbach, die Hardter Blasmusik sowie das Werksorchester Schlafhorst.

"Ich mag die etwas dörfliche Atmosphäre hier," sagte Detlef Tietz. Er wohnt eigentlich in Rheydt, hat aber Bekannte, die aus Hehn kommen. "Da kommt man eben rum", fügte er hinzu. Besonders stolz sind die Hehner darauf, dass das Schützenbrauchtum nun Kulturerbe ist. Das freut auch Horst Thoren, Gladbachs Schützenchef und Vizepräsident der Europa-Schützen, der mit Hehn eng verbunden ist. "Unsere in Bierlaune angestoßene Initiative hat Erfolg", stellte er fest. Neben aller Tradition wird natürlich auch Kirmes gefeiert. Das freute besonders die Kinder und Jugendlichen.

Neben der Kirmes gibt es im Wallfahrtsort Hehn noch weitere Höhepunkte. Nach der frühen Parade am Sonntagmorgen genossen die Schützen ihr Fest bei einem kühlen Bier. Nach dem ausgiebigen Frühschoppen ging es abends zum Königsball. Wer Manfred Oelen in Hehn prunkvoll ablöst, wird heute beim Vogelschuss geklärt. Der war im letzten Jahr äußerst spannend. "Hoffentlich wird es wieder so", sagte Michael Peters, Präsident der St. Michael Bruderschaft.

Der wortwörtlich krönende Abschluss des Volksfestes ist dann am Dienstag der Familienball. Bis zur nächsten Prunk können es die Hehner kaum erwarten.

Quelle: RP
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