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Mönchengladbach
Schule mit Robotern und Kurzfilmen

Mönchengladbach: Schule mit Robotern und Kurzfilmen
Mal geht es in den Projektkursen um die Mindstorm-Roboter von Lego, mal aber auch um die Gewässerökologie des Schulteichs. FOTO: Angela Rietdorf
Mönchengladbach. Die Projektkurse der Hans-Jonas-Gesamtschule in Neuwerk bieten den Schülern Gelegenheit zum selbstständigen und auch außerschulischen Arbeiten - etwa an Verbrechens-Tatorten oder in der Handhabung von Robotern. Von Angela Rietdorf

In dem Film-Trailer steckt viel Arbeit. Man sieht die Schüler bei ihrer Erkundungstour in der verlassenen Düsseldorfer Papierfabrik und auf dem Reme-Gelände in Lürrip. Details in Großaufnahme: ein einzelner Schuh, kaputte Fenster, Graffiti. Man hört Schritte, sieht düstere Orte, wird mit einem Tatort konfrontiert. "Sieben Stunden haben wir an diesem Zwei-Minuten-Trailer geschnitten", erklärt Johanna. Das Gemeinsame an den beiden verlassenen Orten: Hier wurde vor kurzem ein Mord begangen. Johanna hat zusammen mit Celine, Daniel und Akis diese Orte und ihre Geschichte erforscht und die Ergebnisse vorerst im Trailer zusammengefasst. Ein Kurzfilm und eine Doku sollen noch folgen.

Die vier Schüler der Stufe Q1 der Hans-Jonas-Gesamtschule haben den Projektkurs "Black Stories - Lost Places und andere Mysterien in MG und Umgebung" gewählt. Als Thema haben sie sich die Morde auf dem Reme-Gelände und in der Düsseldorfer Papierfabrik, wo ein 16-Jähriger vor einem Jahr seine 15-jährige Freundin getötet hatte, ausgesucht. Was sie aus dem Thema machen, bleibt ihnen überlassen: einen Film, ein Buch oder ein Drehbuch. "Die Projektkurse sind eine Alternative zur Facharbeit", erklärt Ulrike Heiser, Oberstufenkoordinatorin der Hans-Jonas-Gesamtschule. "Die Schüler sollen selbstständig und strukturiert arbeiten und außerschulische Lernorte einbeziehen." Die anderen Gruppen des Black-Stories-Projektkurses planen Drehbücher, Interviews oder szenische Darstellungen.

Ganz anderer Art ist der Projektkurs, der sich mit Robotik beschäftigt. Hier geht es nicht darum, selbst möglichst komplizierte Steuerungen zu entwickeln, sondern den jüngeren Schülern, die sich in der Informatik-AG mit den Lego-Mindstorm-Robotern beschäftigen, Anleitungen an die Hand zu geben, mit denen sie selbstständig arbeiten können. "Sie sollen verstehen, was sie machen, und gleichzeitig angespornt werden, Dinge selbst herauszufinden", erklärt Dominik, der wie seine Mitstreiter in der Q1 ist. Was am Ende bei ihrem Projekt herauskommt, ist noch offen. "Wir probieren aus, was am besten bei den Jüngeren funktioniert", sagt Dominik. "Arbeitsblätter, Computerprogramme oder ein Video."

Ein paar Räume weiter analysieren einige Schüler Wasserproben. Im Projektkurs Gewässerökologie haben die Schüler vor zwei Jahren einen Schulteich angelegt, den sie jetzt pflegen und gestalten. "Der PH-Wert hat sich verändert", stellt eine Schülerin fest. Vielleicht liegt es am Laub, das jetzt ins Wasser fällt. Andere Kursteilnehmer fischen es mit langen Keschern heraus.

Der Projektkurs "Fair Trade" setzt sich mit dem Themenfeld Nachhaltigkeit auseinander. Einige Schüler planen den Verkauf von fair gehandelten Schoko-Nikoläusen oder Valentinsrosen. Auch ein Parcours am Tag der Offenen Tür, der sich mit dem Anbau und der Vermarktung von Kaffee auseinandersetzt, beschäftigt sie. Andere setzen sich mit fair gehandelter Kleidung und den Arbeitsbedingungen in den Erzeugerländern auseinander. Und Berkan hat sich das Thema Elektromobilität ausgesucht. Er hat sich ein großes Ziel gesteckt. Er möchte, dass irgendwann eine Ladesäule an der Schule zur Verfügung steht, um E-Roller oder gar E-Autos aufzuladen. Wenn das keine Vision ist - und ein spannendes Lernfeld.

Quelle: RP
 
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