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Mönchengladbach
Sechs Sinfoniker beim Theater-Talk

Mönchengladbach. Beim jüngsten Theatertalk der Freunde des Theaters - "TheaterMenschen persönlich" - standen die Niederrheinischen Sinfoniker im Fokus. "Das war längst überfällig", betonte Moderator Reinhold Richter, im Studio des Theaters. Seine Gäste: fünf Orchestermitglieder. Von Christian Oscar Gazsi Laki

Jedoch waren mehr Musiker zugegen; auch, um mit musikalischen Intermezzi - in unterschiedlicher Besetzung - die Talkrunde inspirierend aufzulockern. Die Orchestervorstände Holger Saßmannshaus, stellvertretender Solokontrabassist, und Martin Börner, Vorspieler Viola, skizzierten zunächst mit viel Freude am Erzählen die verschlungene Geschichte der Sinfoniker. Wie sich aus einer Kapelle Mitte des 19. Jahrhunderts in Krefeld und etwas später in Gladbach und Rheydt im Lauf der Zeit das entwickelte, was wir als Gemeinschaftsorchester kennen. Heute vereint es 20 Nationen. Da wäre doch "Internationale Niederrheinische Sinfoniker" ein guter neuer Name, scherzte Richter angesichts der Vielfalt.

Im mittleren Teil des Abends berichteten zwei Musiker über ihren Werdegang. Philipp Wenger, 1. Konzertmeister, konnte aus seinem Geigerleben erzählen. Wenger, geboren in Karlstadt am Main, begann das Geigenspiel mit sechs, wie viele seiner Kollegen. Er hatte aber gegen Widerstände zu kämpfen, wie er sagt: "Die Schule hat mich nicht wirklich unterstützt." Für ihn sei sein Instrument immer eine Art Flucht gewesen. Umso schöner waren die vielen Erfahrungen mit seinen zahlreichen Geigenlehrern, unter ihnen Prof. Grigory Zhislin und Lothar Strauß, der ihn das Orchesterhandwerk lehrte. Für Wenger ist das Orchester ein Kollektiv. Bratscher Martin Börner weiß aber zu ergänzen: "Er übernimmt Verantwortung und das tut unserem Orchester gut". Reinhard Groll erläuterte: Der Konzertmeister sei auch der Mittler zwischen Orchester und Dirigent. Eine anspruchsvolle Aufgabe. Doch werde der Anspruch auf jedem Platz des Orchesters immer größer, berichtet der Klarinettist. Mit Rührung erzählte er von besonderen Erlebnissen, so von einem Konzert mit Claudio Arrau. Aber auch Kritisches merkte Reinhard Groll an: So fehle ihm heute doch etwas das zeitgenössische Repertoire. Abschließend beleuchtete Chisato Yamamoto, die zweite Konzertmeisterin, noch das besonders vielfältige konzertpädagogische Angebot der Sinfoniker.

Quelle: RP
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