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Mönchengladbach
SEK-Einsatz bei Gladbacher Hells Angels

SEK-Einsatz bei Mönchengladbacher Hells Angels
In diesem Haus in Odenkirchen fand die Durchsuchung durch SEK-Kräfte und Polizei statt. Hier wohnt der Chef der Mönchengladbacher Hells Angels. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Polizei und SEK haben Donnerstagmorgen die Wohnung des Mönchengladbacher Hells-Angels-Chefs in Odenkirchen gestürmt. Die Durchsuchung steht im Zusammenhang mit Leichenteilen, die vor zwei Jahren im Rhein gefunden wurden. Von Gabi Peters

Donnerstagmorgen gegen 4 Uhr haben Polizei und SEK einen Mönchengladbacher Hells Angel festgenommen und seine Wohnung durchsucht. Wie die Polizei in Duisburg mitteilte, steht die Aktion im Zusammenhang mit einem Tötungsdelikt. Vor zwei Jahren waren in Duisburg im Rhein ein abgetrennter Arm und später in einem stillgelegten Hafen ein Torso gefunden worden. Wie der Polizeisprecher gestern mitteilte, seien in der Mönchengladbacher Wohnung elektronische Medien und Handys als Beweismittel sichergestellt worden. Der Mönchengladbacher Hells Angel sei festgenommen worden, wenig später habe er sich aber wieder auf freiem Fuß befunden. Mehr wollte man wegen der laufenden Ermittlungen nicht bekannt geben.

Der Festgenommene ist Ramin Y., Anführer der Mönchengladbacher Hells Angels. Wie sein Rechtsanwalt Wolf Bonn gestern bestätigte, wurden zwei Wohnungen in Odenkirchen durchsucht. "Das SEK ging unverhältnismäßig gewaltsam vor", sagt er. Die Tür sei gesprengt worden. Splitter seien durch das gesamte Treppenhaus geflogen. Viele Gegenstände in der Wohnung seien bei der Erstürmung zu Bruch gegangen. Die Lebensgefährtin des Hells-Angels-Bosses sei geschockt über diese Aktion und das Verhalten der Einsatzkräfte.

Rocker in der Region – Chronik der Gewalt FOTO: dpa, Fredrik von Erichsen

Wegen des Tötungsdeliktes vor zwei Jahren in Duisburg seien schon einmal Wohnungen und Autos, die mit dem Rockerchef in Verbindung standen, durchsucht worden, sagt Wolf Bonn. Auch damals habe die Polizei potenzielle Beweismittel sichergestellt, darunter ebenfalls Laptops und Handys. "Schon da konnte meinem Mandanten nichts nachgewiesen werden", sagt Bonn.

Dieses Mal hätten die Einsatzkräfte zwar einen Durchsuchungsbefehl, aber keinen Haftbefehl gehabt. Dennoch sei er nur auf Druck freigelassen worden. Der Rechtsanwalt: "Ich bin überzeugt: Früher oder später wird das Verfahren gegen meinen Mandanten eingestellt."

SEK-Einsatz wegen Kutte bei Hells Angels FOTO: Sascha Rixkens

Der Tote, dessen Leichenteile 2014 im Rhein gefunden wurden, ist Kai M. Er gehörte ebenfalls den Hells Angels an. Im Februar 2014 wurde am Rhein-Ufer in Duisburg-Mündelheim sein abgetrennter Arm gefunden. Der Arm war komplett tätowiert, unter anderem mit den Zahlen 8 und 1, die für die Anfangsbuchstaben von Hells Angels stehen. Das half bei der Identifizierung. Im April wurde der Torso von Kai M. entdeckt.

Angeblich musste Kai M. sterben, weil seine Rockerkollegen ihn für einen Spitzel hielten. Kurz nach seinem Tod soll sich der gebürtige Mönchengladbacher Ramin Y. das Tattoo "Filthy Few" (die wenigen Dreckigen) stechen gelassen haben. Angeblich ist das der Titel für Rocker, die schon einmal gemordet haben. "Filthy Few" steht auch auf der Kutte von Ramin Y.

Mönchengladbach: Schüsse auf Rocker-Geschäft FOTO: Theo Titz

Er war vor 2012 bei den Bandidos, bevor er zu den Hells Angels in Krefeld überlief. Mitte 2014 gründete er das neue Charter in Mönchengladbach "MG City". Zunächst gab es in der Stadt und der Region Kämpfe und Anschläge in der Rockerszene mit Molotowcocktails und Granaten. Mittlerweile sind die verfeindeten Motorradclubs "Gremium" und "Outlaws" komplett aus dem Stadtgebiet verschwunden. Für Schlagzeilen sorgte das Mönchengladbacher Hells-Angels-Charter auch mit seinen großen Kennenlern-Partys in der Diskothek Kabelwerk, die jeweils von einem großen Polizeiaufgebot begleitet wurden.

Quelle: RP
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