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Mönchengladbach
Selbsthilfe-Kontaktstelle in Rheydt besteht seit 30 Jahren

Mönchengladbach. Das Team um Georg Meurer berät im Paritätischen Zentrum in Rheydt rund um das Thema Selbsthilfe. In diesem Jahr besteht die Kontaktstelle 30 Jahre - ein Grund zu feiern und die Thematik noch einmal in die Öffentlichkeit zu rücken. "Es gibt einfach Dinge, die kann man nicht alleine machen", sagt Andreas Greiwe, Fachgruppenleiter Selbsthilfe-Kontaktstellen des Paritätischen in NRW. Damit hat er eigentlich schon den Leitgedanken der Selbsthilfe zusammengefasst. Von Eva Baches

In den mittlerweile 130 Gruppen finden sich Menschen zusammen, die an einem Punkt im Leben angekommen sind, wo sie alleine nicht weiter wissen. Hier kann eine Selbsthilfegruppe entscheidende Hilfe leisten. Darin sind Menschen, die das gleiche Schicksal haben wie man selbst oder des Angehörigen, den man betreut. Sie bieten einen geschützten Raum, wo man sich auch mal gehenlassen kann und trotzdem auf Verständnis trifft, weil alle wissen, wovon man gerade spricht.

Diese Erfahrung machte auch Andreas Lehmann, Gruppenleiter der Parkinson-Selbsthilfegruppe: "Ich bin seit vielen Jahren in der Selbsthilfegruppe aktiv. Ich bin durch die Erkrankung meiner Frau zur Selbsthilfe gekommen. Ich habe über ein Jahr gebraucht, um die Krankheit meiner Frau zu verstehen", sagt er.

Die Wertschätzung innerhalb der Gruppe empfindet er als besonders wichtig. Die Zeit für die Gruppe nimmt er sich gerne, es ist für ihn auch ein Ausgleich zu seiner Arbeit. Während seiner Rede merkt man deutlich, wie sehr ihm die Arbeit am Herzen liegt, und er unterstreicht dies noch mit einem emotionalen Gedicht namens "Ehrenamtszeit". Alle Zuhörer sind sichtlich ergriffen, auch Christine Ewald vom Verein für Angehörige psychisch Kranker hat es sichtlich schwer, ihre Worte zu sortieren. "Das hat mich jetzt sehr betroffen gemacht", sagt sie - und holt einmal tief Luft, bevor sie weiterspricht. "2000 kam es in meinem Umfeld zu einer Erkrankung. Ich war mir unsicher, wie ich mit der Situation umgehen soll. Da es damals noch kaum Internet gab, bin ich zur Stadtbibliothek gegangen und habe Bücher gewälzt. Beim Reha-Verein bekam ich den Tipp, zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen. Dort wurde ich aufgenommen. Ich musste nichts groß erklären. Die Erkrankung kannten dort alle", erzählt die Vorsitzende des Vereins. Ihr hat die Kontaktstelle geholfen, die Erkrankung zu verstehen.

Quelle: RP
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