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Mönchengladbach
Senioren planen ihre Freizeit in neuem Netzwerk

Mönchengladbach. Der Zuspruch ist enorm, die Veranstalter müssen ständig neue Stühle heranschaffen. Schließlich sind rund 120 Teilnehmer in der Jugendfreizeitstätte St. Michael in Holt versammelt. Die Organisatoren, Vertreter der evangelischen Christuskirchengemeinde und ihrer katholischen Partner St. Benedikt und St. Konrad, sind begeistert und überrascht über den Ansturm. Eine wundert sich jedoch nicht: Ute Dornbach-Nensel vom Diakoniereferat des evangelischen Kirchenkreises hat bereits in anderen Stadtteilen die Gründung von Seniorennetzwerken begleitet. "Der Bedarf ist groß", stellt sie fest. "Überall." Nun soll also in Holt und Ohler ein Seniorennetzwerk an den Start gehen. Von Angela Rietdorf

"Wir machen einerseits die Erfahrung, dass die vorhandenen Seniorenangebote für die heutige 60-plus-Generation nicht mehr so ganz passen", erklärt Pfarrer und Initiator Andreas Rudolph. "Andererseits erleben wir bei den Geburtstagsbesuchen, dass Menschen zunehmend vereinsamen und auch die Nachbarschaftshilfe nicht mehr greift." An die Stelle der alten Strukturen sollen jetzt neue rücken: Im Netzwerk sollen sich Menschen kennen lernen, die eine Gruppe suchen, mit der sie ins Theater gehen können, Fahrrad fahren, wandern oder tanzen. Wichtig ist, dass sich die Gruppen wohnortnah im Quartier zusammenfinden und sich so auch neue Bekanntschaften ergeben. 2400 Bürger über sechzig Jahre haben die Organisatoren in Holt und Ohler angeschrieben.

Über die Aktivitäten des Netzwerks entscheiden die Teilnehmer selbst. Jeder nennt drei Wünsche, dann werden Gruppen gebildet, in denen jeweils ein Kümmerer die Adressen sammelt und die Organisation übernimmt. "Wenn nicht einer diese Rolle übernimmt, funktionieren Gruppen einfach nicht", sagt Ute Dornbach-Nensel.

Sieben Aktivitäten fanden schon beim ersten Treffen viele Interessenten: Die älteren Holter und Ohler Bürger wollen gemeinsam Rad fahren, singen, wandern, ins Theater gehen, spielen, basteln oder den Umgang mit Computer und Smartphone vertiefen. Die Radfahrer starten schon in der nächsten Woche zu ihrer ersten Tour. Für weitere Aktivitäten wie Fotografieren oder gemeinsame Besuche im Stadion werden noch Mitstreiter gesucht.

Damit der Kontakt zwischen den Gruppen erhalten bleibt, die Teilnehmer hin und her wechseln und auch immer neue Interessenten dazukommen können, findet einmal monatlich ein Netzwerkfrühstück statt. Das erste ist für den 13. Oktober um 9.30 Uhr wieder in der Jugendfreizeitstätte St. Michael geplant.

Quelle: RP
 
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