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Mönchengladbach
Seniorenarbeit im Quartier Hardterbroich

Mönchengladbach. Das Projekt heißt: "Entwicklung altengerechter Quartiere". Dahinter verbirgt sich ein Leitmotiv, das Menschen in Dialog bringt und Nachbarschaftsbeziehungen fördert. Das Land gibt Zuschüsse. Stadt und Sozial-Holding probieren es aus. Von Dieter Weber

Mönchengladbach ist ein bisschen anders. Das hat auch Sozialdezernentin Dörte Schall erkannt, wenn sie dies extra betont. Und dieses "Anderssein" der Gladbacher ist eher positiv besetzt: Hier ist trotz großstädtischer Strukturen vieles persönlicher, es gibt den Draht zum Nachbarn, die Anonymität ist da, aber sie ist - noch - nicht erdrückend. Und deshalb leben zum Beispiel in den rund 30 städtischen Seniorenhäusern Menschen, die zu 90 Prozent aus der direkten Umgebung kommen: Der Hardter bleibt im Hardter Raum, die Wickratherin in ihrem Wickrather Umfeld, der Rheindahlener geht nicht aus Rheindahlen weg. Aber was im Prinzip gut ist, kann noch besser gemacht werden: Daran knüpft ein neues Quartiersprojekt an, das mit Landeszuschüssen älteren Menschen aus Hardterbroich ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in ihrer Wohnumgebung ermöglichen soll.

Für die "Entwicklung altengerechter Quartiere" - so der offizielle Arbeitstitel - gibt das Land NRW insgesamt 156.000 Euro. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und hat mit Projektleiterin Katharina Schott eine Expertin, die in Hardterbroich Prozesse in Gang setzen soll, die richtungsweisend für andere Stadtteile werden können. Wenn man es neudeutsch ausdrückt: Sie soll die zentralen Akteure im Stadtteil vernetzen. Dazu zählen Kirchengemeinden, Politiker, Geschäftsleute, Heimatvereine, Ärzte, Apotheker, Sport und Brauchtum. Sie alle werden in das Projekt einbezogen und sollen in Quartierskonferenzen und Runden Tischen bei einem Konzept mithelfen, wie ältere Menschen selbstbestimmt im vertrauten Wohnumfeld bleiben können. Daraus soll sich dann keine abgehobene, abstrakte Leitlinie entwickeln: Auf spezielle Anliegen und Bedürfnisse ausgerichtete Lösungen sind Katharina Schotts Ziel.

Für die Stadt ist das lohnenswert. Zwar hat der Mönchengladbacher enge Bezüge zu seiner direkten Umgebung. Aber es gibt natürlich auch in der Stadt einen Trend, dass Menschen sich zurückziehen, weitgehend für sich leben und nur ureigenste Interessen pflegen. Im gleichen Maße lässt dann die Bereitschaft nach, im sozialen Umfeld anderen zu helfen. Dass seit September 2015 an der August-Monforts-Straße ein städtisches Altenheim für 80 Menschen gebaut wird, hat Auswirkungen auf das Projektziel: Denn der Neubau ist eingebettet in ein neues Wohnquartier, das sich um den geplanten neuen Hardterbroicher Marktplatz gruppiert. Katharina Schott hat herausgefunden, wen sie in Hardterbroich in das zu entwickelnde Konzept einbindet. Jetzt werden die Gespräche anlaufen, und im Sommer wird es eine Art Zukunftswerkstatt im Stadtteil geben. Nach der Gesamtbedarfsanalyse bis Ende des Jahres beginnt 2017 die Umsetzung. Dann wird's konkret.

Quelle: RP
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