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Mönchengladbach
Seven Donkeys ja - Traumstraße nein?

So denken die Gladbacher über das Kunstwerk am Sonnenhausplatz
Mönchengladbach. Einstimmig empfahl der Kulturausschuss dem Rat, das Esel-Ensemble auf dem neuen Sonnenhausplatz von Mfi als Geschenk anzunehmen. Dagegen blockiert die Verwaltung die Übernahme von Alex Morrisons "Traumstraße". Von Dirk Richerdt

Einen glänzenden Einstand legte Reinhold Schiffers (SPD), ehemaliger Bezirksvorsteher Nord, in seinem neuen Aufgabenbereich als Vorsitzender des Kulturausschusses hin. Souverän geleitete er die Politiker und Verwaltungsleute, welche die Sitzung mit einem Rundgang durch das entstehende Textiltechnikum im Monforts-Quartier an der Schwalmstraße verbanden, durch die Tagesordnung. Dabei sorgte Schiffers kreativ für Initiativen.

Mönchengladbach: Ärger um Esel-Kunstwerk vor dem Minto

So schlug der Vorsitzende vor, ein Projekt im weiteren Ratszug zu retten, das zunächst von der Verwaltung abgeblockt wurde: So hatte der Museumsverein vorgeschlagen, die nur temporär angebrachten pittoresken Lampen des Künstlers Alex Morrison in der "Traumstraße" zwischen Spatzen- und Fliescherberg für die Stadt anzukaufen. Dafür sollte die Stadt aus ihrem Budget "Wohnumfeldverbesserung bei bürgerschaftlichem Engagement" einen Zuschuss aufbringen. Doch aus der Verwaltung kam die Befürchtung, dass die seit mehr als einem Jahr allabendlich leuchtenden Lampen just dann Opfer von Vandalismus werden könnten, sobald sie in städtisches Eigentum übergehen. Dazu merkte Grünen-Sprecher Claus Flören an: "Mit dieser Begründung könnte man jede Art Kunst im öffentlichen Raum verhindern." Die Ablehnung des Ankaufs, an dem der Museumsverein sich mit 10 000 Euro beteiligen will, "tut verdammt weh", befand Natascha Stephan (FDP). Und CDU-Sprecher Dieter Breymann, von Beruf Rechtsanwalt, resümierte: "Dadurch kapituliert die Stadt vor Rechtsbruch."

Schiffers schlug vor, der Ausschuss möge diesen Wunsch an den Hauptausschuss richten: "Wir wollen dieses Projekt!" Das wurde dann auch so beschlossen.

Ein gemeinsam von Stadtarchiv, Planungsamt und Denkmalpflege entwickelter "Altstadtrundweg" wurde von Taco de Marie vorgestellt. Bei diesem Projekt sollen Bürger über den Verlauf der historischen Stadtmauer in der Altstadt ins Bild gesetzt werden. Aus dem Restvermögen des Bürgervereins Mönchengladbach, der sich aufgelöst hat, sollen Info-Tafeln mit erläuternden Texten auf Corten-Stahl auf wenig bekannte historische Ecken verweisen. Der Rundweg führt zu Resten von Stadttürmen und den drei ehemaligen Stadttoren.

Einen weiteren Schatz will die Stadt künftig besser präsentieren. Dazu gehört eine digitalisierte Erfassung der 170 000 Exlibris, die der Mönchengladbacher Arzt Dr. Gernot Blum der Stadt geschenkt hat. "Wir haben in Deutschland, wahrscheinlich sogar in Europa die größte vergleichbare Sammlung solcher Grafiken", berichtete die Kunsthistorikerin und Bibliothekarin Julia Reifenrath. "Damit geht ein Traum von Dr. Blum in Erfüllung", sagte Bürgermeister Michael Schroeren.

"Ich liebe das Kunstwerk schon jetzt", bekannte Dieter Breymann (CDU), "es ist Kunst mit Humor." Er meinte das Bronze-Ensemble "7 Donkeys" von Rita McBride, das auf dem neuen Sonnenhausplatz entstehen soll. Jurymitglied Susanne Titz erläuterte die Pläne. Am Ende beschloss der Kulturausschuss ohne Gegenstimme, das Geschenk des Investors Mfi anzunehmen, der das Minto-Einkaufscenter baut.

Quelle: RP
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