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Mönchengladbach
Sexuelle Belästigung: Gericht hebt Strafbefehl für Familienvater auf

Mönchengladbach. Der 44-jährige Angeklagte wurde im Einspruchsverfahren von dem Vorwurf freigesprochen, in einem Altstadt-Club eine Frau belästigt zu haben. Von Ingrid Krüger

In der Nacht zum 26. November 2016 war der 44-jährige Willicher mit Arbeitskollegen auf dem Weihnachtsmarkt in Mönchengladbach unterwegs. Zwischen zwei und drei Uhr landete er mit einem Kollegen in einem Altstadt-Club. Hier soll der alkoholisierte Mann eine Frau sexuell belästigt haben. Die Frau zeigte ihn an. Der Mann erhielt einen Strafbefehl und sollte eine Geldstrafe von 2000 Euro (40 Tagessätze zu je 50 Euro) zahlen. Der Willicher legte Einspruch ein. Gestern musste er sich vor dem Mönchengladbacher Amtsgericht verantworten.

Mit dem Arbeitskollegen war der 44-Jährige damals in dem Altstadt-Club "Goldwasser" an der Waldhausener Straße unterwegs. Laut Anklage soll er dort eine Frau gegen deren körperlichen Widerstand umarmt haben. Dann seien beide auf die Tanzfläche gestürzt. Dabei soll der Angeklagte gerufen haben: "Ich will dich heute Nacht ficken. Danach werden wir uns nie wiedersehen."

"Daran kann ich mich in keiner Weise erinnern", sagte der Angeklagte vor Gericht. Allerdings sei er von einem Barhocker gestürzt und habe dabei eine stark blutende Platzwunde an der Augenbraue erlitten. Er sei mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gekommen und dort versorgt worden. Nach ihm sagte der damalige Begleiter des Angeklagten aus. "Wir waren erst auf dem Weihnachtsmarkt, dann im "Canapé" und danach im "Goldwasser" unterwegs", erinnerte er sich. Einen Vorfall, wie ihn die Anklage schildere, habe es nicht gegeben, so der Kollege des Angeklagten. "Wir haben getanzt, wir hatten Spaß und haben auch was getrunken", sagte er. Aber Kontakt zu Frauen habe es nicht gegeben. Der Angeklagte sei dann vom Barhocker über eine Stufe zu Boden gestürzt. Weil er stark blutete, habe er mit den Security-Leuten einen Rettungswagen organisiert.

Die Frau hatte den Willicher bei der Polizei belastet. Der Mann habe sie angesprochen und mit sexuellen Aufforderungen beleidigt. Für den Angeklagten endete das Verfahren gleichwohl glimpflich. Das Opfer war für das Gericht nicht erreichbar. Die Frau ist inzwischen in ihre türkische Heimat zurückgekehrt. Am Ende sprach das Gericht den Angeklagten frei.

Quelle: RP