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Mönchengladbach
Sie ist Gladbachs erste Bezirksbeamtin

Mönchengladbach. Heike Mertens' Revier ist Rheydt-Mitte. Dort ist die Polizistin fast jeden Tag zu Fuß unterwegs. Das Wickrather Land betreut jetzt Thomas Derichs. Von Gabi Peters

Früher war sie im Streifendienst, also häufig im Polizeiauto unterwegs, jetzt läuft sie meist zu Fuß. Ihr Revier: Rheydt-Mitte. Dort ist Heike Mertens seit 1. Januar fast täglich anzutreffen und erste Ansprechpartnerin für die Bürger, wenn es Sorgen und Nöte in dem Stadtviertel gibt. Im Bezirksdienst hatte sie schon vorher hospitiert und gemerkt: "Das gefällt mir. Im Büro zu sitzen, ist nicht meins", sagt sie. Mertens ist die erste Frau im Gladbacher Bezirksdienst. "Mit ihr ist die letzte Männer-Bastion gefallen", sagt Michael Modespacher, Leiter des Bezirksdienstes. "Sonst gab es bei der Mönchengladbacher Polizei schon überall Frauen."

Die erste weibliche Bezirksdienstkraft übernimmt einen der schwierigeren Stadtteile. Aber wie ihr Kollege Thomas Derichs, der neu als Bezirksbeamter im Wickrather Land unterwegs ist, "hat sie auch vorher schon hervorragende Polizeiarbeit geleistet", wie Polizeipräsident Mathis Wiesselmann bescheinigt. "Bezirksbeamte genießen in der Bevölkerung, in der Verwaltung und in der Politik großes Ansehen."

Die "Schutzleute an der Ecke" werden häufig auf der Straße angesprochen und sind nah an den Bürgern. Ihnen wird erzählt, wenn ein Auto verdächtig lange unberührt an einer Stelle steht, wenn es in einer Wohnung unverhältnismäßig oft lauten Streit gibt oder wenn sich an Plätzen häufig dubiose Gestalten aufhalten. "Wir bitten ausdrücklich darum, dass man uns anspricht", sagt Derichs. Zehn Kilometer läuft er im Schnitt pro Tag durch sein Revier. Er ist zwar erst kurz im Dienst, aber die Busfahrer und Grundschulkinder im Bezirk kennen ihn schon. Der Bezirksbeamte für Wickrath- Land pendelt mit dem Bus von Herrath nach Wickrathhahn und von Wickrathberg nach Beckrath. Wenn im letztgenannten Ortsteil die Schule beginnt und wenn sie endet, steht er vor den Toren und achtet darauf, dass nichts passiert, dass die Kinder nicht auf die Straße stürmen und dass die Bushaltestelle nicht von den Autos der Eltern zugestellt wird.

Bezirksbeamte haben viele Aufgaben: Sie sind im Revier präsent, sie geben Sprechstunden, sie vollstrecken Haftbefehle, sie unterstützen ihre Kollegen bei Sondereinsätzen und vieles mehr. Wenn andere feiern, sind sie im Dienst - bei Schützenfesten, Kirmessen und Sommerfesten. Martinszüge begleiten die Bezirksbeamten außerdem. Vor zwei Jahren waren es 170. Letztes Jahr wuchs die Zahl auf 200. "Wir machen diese Aufgabe gerne, aber mehr Züge können wir jetzt wirklich nicht mehr betreuen", sagt Modespacher. St. Martin heißt für Bezirksbeamte: 14 Tage Spätdienst.

Immerhin: Die Einsätze an Schulen und bei Martinszügen hat der Polizei schon zu neuem Personal verholfen. Nach Begegnungen mit Bezirksbeamten reift laut Wiesselmann in vielen Kindern der Berufswunsch "Polizeibeamter".

Quelle: RP
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