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Mönchengladbach
Sie machen Kinder und Jugendliche stark

Mönchengladbach: Sie machen Kinder und Jugendliche stark
Die Sieger des "Starke-Kids"-Preises wurden nun von der AOK und dem Starke-Kids-Netzwerk im Borussia-Park mit Preisen ausgezeichnet. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. "Gesunde Kinder von heute sind gesunde Erwachsene von morgen", sagte Marion Schröder, stellvertretende Regionaldirektorin der AOK Mönchengladbach und der Kreise Heinsberg und Viersen, bei der Verleihung des "Starke Kids"-Preises im Borussia-Park. Von Nina Jedrychowski

Seit 2006 vergibt die AOK im Namen des Starke-Kids-Netzwerks den Preis an Projekte, die sich mit Prävention auseinandersetzen. Dabei handelt es sich um bewährte Projekte, die sich mit Stressbewältigung, Ernährung und Bewegung bei Kindern und Jugendlichen beschäftigen. Für die Bekanntgabe der Treppchen-Plätze trafen sich jetzt einige der Jurymitglieder, die Verantwortlichen der drei Projekte und rund zwei Dutzend Kinder im Borussia-Park.

Den dritten Platz und einen Scheck über einen Betrag von 1000 Euro gewann das Projekt "Sport Aktiv" der Lebenshilfe Mönchengladbach. Vor einem Jahr rief Lisa Reinhardt das Projekt ins Leben, das Kinder mit Behinderungen an Sportvereine vermittelt. Die Idee dazu kam Reinhardt während ihres Freiwilligen Sozialen Jahrs in einer Förderschule, als sie mitbekam, dass Kinder aus Sportvereinen aufgrund ihrer Behinderung ausgeschlossen wurden.

Bei "Sport Aktiv" gehen Fachkräfte mit Kindern mit Behinderung in die Sportvereine und betreuen diese neben dem Trainer während der Sportstunde. Derzeit werden fünf Kinder bei "Sport Aktiv" betreut, die alleine durch das Abgucken bei Anderen Techniken lernen. "Dies vermittelt ihnen ein Zugehörigkeitsgefühl", sagt Lisa Reinhardt.

Doch nicht nur die Vereine, die zuvor keine Berührungspunkte zu Kindern mit Behinderungen hatten, profitieren von Reinhardts Idee, auch die Eltern der Kinder. "Für die Eltern ist es eine Auszeit. Sie sehen, sie können ihr Kind für ein paar Stunden abgeben und wissen, dass es in guten Händen ist", sagt Kerstin Adolf-Wright, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Mönchengladbach.

Der zweite Preis ging an das Projekt "KIMM - Kinder im Mittelpunkt in Mönchengladbach" des Reha-Vereins und der evangelischen Jugend- und Familienhilfe. Das Projekt entstand vor sechs Jahren und beschäftigt sich mit Kindern, deren Eltern psychisch erkrankt sind. "Bei uns stehen die Kinder im Vordergrund", sagt Monique Vercoulen, Leiterin einer KIMM-Kindergruppe.

Mit unterschiedlichen Aktionen lernen die Kinder zwischen acht und 14 Jahren jeden Freitag, spielerisch mit der Erkrankung ihrer Eltern umzugehen. "So können die Kinder entspannt ins Wochenende starten", sagt Vercoulen. Denn oftmals tragen die Kinder Verantwortung für ihre Familie. "Von klein an sorgen sich die Kinder um den Haushalt und werden so schon früh in die Erwachsenenrolle gedrängt. Daher wirken sie außerhalb kontrolliert und hilfsbereit", sagt Vercoulen.

Ob dick, dünn, arm oder reich -das spielt beim Projekt "Capoeira" des Vereins "Impulsao" aus Mönchengladbach keine Rolle. Das Projekt von Toni Sabljah hat die Jury in diesem Jahr überzeugt und gewann den ersten Preis und somit ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro. Vor drei Jahren hatte Sabljah die Idee zu dem Projekt, bei dem sich seither insgesamt 100 Kinder dreimal wöchentlich treffen und gemeinsam einen Mix aus brasilianischer Kampfkunst, Musik, Gymnastik und Tanz ausüben.

Vor acht Jahren machte sich Toni Sabljah selbstständig und lehrte hauptberuflich diese besondere Art des Kampfsports. "Wir gehören nun zu einer der größten Capoeira-Schulen in der Umgebung", sagt Sabljah. Er selbst übt seit 15 Jahren diese besondere Kampfkunst aus.

Bei einer kurzen Vorführung zeigten die zwei Dutzend Kinder und Jugendlichen des Capoeira-Projekts ihr Können. Während die Kinder Radschläge, Handstände und Bewegungen, die an Breakdance erinnern, vorführten, spielten die Capoeira-Lehrer im Hintergrund mit traditionellen Instrumenten, die in jede Stunde integriert werden.

Beendet wurde die Vorführung mit einer kleinen Kampfszene - ohne Verletzen des Gegners. Denn beim Capoeira täuschen die Kämpfer ihre Angriffsbewegungen nur an und deuten so ihre Gewinnchancen an. "Dass wir nicht erwischt werden, liegt an der Reaktion und dem Einschätzen des Gegenübers", sagt Sabljah. Dabei sind die sportliche Leistung und das Talent zweitrangig. "Das kann jeder", sagt Marion Schröder, "und es ist einfach."

Quelle: RP
 
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