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Mönchengladbach
Sie richten den Laden ein

Mönchengladbach: Sie richten den Laden ein
Elisabeth Wollziefer und Doris Mantz in der Werkstatt des Unternehmens. In den vergangenen 150 Jahren hat sich dort alles verändert. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Die Alfons Mantz GmbH wird 150 Jahre alt. Begonnen hatte sie einst als kleine Tischlerei. Von Christian Lingen

Es war eine kleine Tischlerei, die da 1867 an der oberen Aachener Straße entstand. Und wie es zu dieser Zeit ganz normal war, befand sich im Erdgeschoss der Betrieb und darüber die Wohnung des Inhabers. Aufzeichnungen aus jener Zeit deuten darauf hin, dass die Stadtmauer nicht weit entfernt war. Der Inhaber hieß Peter Schwamborn. Heute hat das Unternehmen seinen Sitz an der Korschenbroicher Straße, ist ein hochmoderner Betrieb und heißt Alfons Mantz GmbH.

Peter Schwamborns Sohn Artur heiratete Louise Mantz, die ihren Sohn Alfons mit in die Ehe brachte. Zwar nahm seine Mutter den Namen ihres Mannes an. Alfons Mantz jedoch behielt den Namen seines Vaters. Aus ihm wurde ein Kaufmann, der nach dem Ersten Weltkrieg in den Betrieb einstieg. Durch die Heirat mit einer Dame aus wohlhabenden Hause konnte die Wirtschaftskrise überwunden werden und nach dem Zweiten Weltkrieg die Produktion erfolgreich wieder aufgenommen werden. Alfons Mantz GmbH wurde zum bis heute gültigen Firmennamen. An der Pescher Straße wurde das Grundstück einer ehemaligen Gerberei frei. Weil sich der Betrieb von Alfons Mantz vergrößern musste, zog man 1956 dorthin. Sein Sohn, benannt seinem Vater Artur, trat die Nachfolge an. Er führte das Unternehmen zu größerer Bedeutung.

Als er 1978 starb, trat seine Tochter Doris Mantz in das Unternehmen ein. Eigentlich hatte sie andere Pläne für ihre Zukunft. Doch die Familientradition war ihr wichtiger. Seit 1990 ist sie die alleinige Geschäftsführerin. Sie ist die dritte Mantz-Generation. Der Betrieb wird 150 Jahre alt. "Zu der Zeit, in der ich in den Betrieb kam, lag der Schwerpunkt der Kunden noch in einem anderen Bereich. Damals verkauften wir viele Ladentheken an Reinigungen. Die Produktion war damals noch viel aufwendiger als heute. Die Technik hat auch bei uns vieles verändert", sagt Doris Mantz. Was damals noch in echter Handarbeit entstand, erledigen heute Maschinen. Das führte im Laufe der Jahre natürlich zu einer geringeren Zahl an Angestellten. Gleiches gilt für das Büro. Auch dort arbeiten heute weniger Angestellte als noch vor 40 Jahren.

Eine, die seit 1967 immer mit dabei war und es auch als Rentnerin noch ist, ist Elisabeth Wollziefer. Sie hat die Umbrüche im Unternehmen miterlebt. "Als ich anfing, haben wir noch auf Schreibmaschinen geschrieben. Als 1991 der Computer kam, habe ich mich zuerst dagegen gesträubt und wollte nicht damit arbeiten", erinnert sie sich. Die Vorteile wurden dann aber schnell deutlich. "Wir konnten die Angebote besser stellen. Heute wird im Büro vieles vorbereitet, was von den Mitarbeitern in der Werkstatt umgesetzt wird", erzählt die Jubilarin. Auch sie kam über Umwege ins Unternehmen. Eigentlich ist Elisabeth Wollziefer nämlich gelernte Arzthelferin. Als sie Mutter wurde, suchte sie einen anderen Beruf und konnte bei der Alfons Mantz GmbH überzeugen.

Im Jahr 2000 wurde der Betrieb an der Korschenbroicher Straße noch einmal räumlich erweitert. Heute zählt man zu den bekanntesten Ladenbauern Deutschlands und beliefert Kunden in ganz Europa. Neben Möbeln für Geschäfte gehören auch Stücke für den privaten Gebrauch zum Angebot der Mantz GmbH. "Wir können alles produzieren, was mit Möbeln zu tun hat", sagt Doris Mantz. Das Betriebsjubiläum wird man zum Anlass nehmen, auch einige Jubiläen von Mitarbeitern zu feiern.

Quelle: RP
 
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