| 10.09 Uhr

Mönchengladbach
Konzertabend unter Freunden

Mönchengladbach: Silbermond rockt den Sparkassenpark
Mönchengladbach: Silbermond rockt den Sparkassenpark FOTO: Reichartz,Hans-Peter
Mönchengladbach. Am Samstag spielte die Band Silbermond ihr bereits drittes Konzert in Mönchengladbach. Es war ein Abend, der für die Fans wohl unvergessen bleibt. Von Marei Vittinghoff

Als gegen 20.40 Uhr tiefblaue Scheinwerfer in das Publikum strahlen, die ersten Töne erklingen und die Bandmitglieder ganz in schwarz gekleidet die Bühne im Sparkassenpark betreten, ist von Sängerin Stefanie Kloß zunächst einmal keine Spur. Während ihr Strahlen bereits schwarz-weiß auf den Großleinwänden links und rechts neben der Bühne mitzuverfolgen ist und ihre glasklare Stimme ganz sanft die Worte "Das Eis ist dünn, du gehst auf Eis" durch das Hockeystadion trägt, bleibt sie unauffindbar und sorgt bei den auf Zehenspitzen suchenden Zuhörern für verwunderte Blicke und fragendes Umherschauen. Dann aber wird sie entdeckt, die Sängerin mit den schwarzen, kinnlangen Haaren und der bunt bemalten Lederjacke. Durch das Publikum, das sein Glück kaum zu fassen scheint, läuft sie immer weiter singend in Richtung Bühne, um dann springend und tanzend zum rhythmischen Klatschen ihrer Fans so richtig loszulegen. Kloß spricht ihr Publikum mit ihrer Körpersprache direkt an, hüpft auf Kästen, schwingt ihre Beine in die Höhe und vermittelt dabei eine Leichtigkeit, die sich sofort auf das ohnehin schon entspannte Publikum überträgt. Und wie sie da so singt und voller Spaß mit ihren Bandkollegen spielt und interagiert, da merkt man auch: Hier steht eine Band, die schon seit 1998 (Stefanie Kloß war da gerade einmal 14 Jahre alt) zusammen unterwegs ist.

Generell scheint die Atmosphäre an diesem Abend im Zeichen der Freundschaft zu stehen. Vorsänger "Mister Me", der nach seinem energiegeladenen Auftritt verdient mit großem Applaus belohnt wird, stellt Silbermond-Schlagzeuger Andreas Nowak vor seinem Auftritt persönlich vor, Sängerin Kloß leitet mit einem einfachen "Sacht mal" immer mal wieder Abstimmungen zwischen den Gästen im Sparkassenpark ein und bekräftigt stets, wie schön es doch sei, endlich wieder hier zu sein. Alles wirkt möglich bei diesem Konzert, kann ohne Einschränkungen nebeneinanderstehen. Es geht um Liebe und Verlust, um den Kampf und die Resignation, um den Ausbruch in eine neue Welt und die Rückkehr in die Heimat. Ehepaare tanzen neben Jugendlichen mit bunt gefärbten Haaren, Kinder klatschen begeistert auf den Schultern ihrer Eltern, in der ersten Reihe springt und singt eine Gruppe aus 20 Fans, die direkt vom Vorabend-Konzert in München weiter nach Gladbach gefahren sind. Mal wird bei Titeln wie "Wissen was wird" oder "Meer sein" laut durchgerockt, mal werden bei "Heute hab ich Zeit" im Sprechgesang kleine Geschichten erzählt, und mal geht es bei den ruhigeren Stücken plötzlich ganz leise und gefühlvoll zu.

Die größten Balladen der Band werden allesamt geboten und jeweils auf eigene Weise inszeniert. "Das Leichteste der Welt" singt Stefanie Kloß ganz vorne in der Hocke auf der in das Publikum hineinragenden Bühne und bekommt, nachdem sie überwältigt in die Menge schaut, ein Paket Taschentücher von einem Fan zugeworfen. Bei "Himmel auf" bewegt sich die komplette Band vom Gesang der Fans begleitet auf eine weitere Bühne vor der Sitztribüne, um dort - von Feuerzeugen und Handytaschenlampen in der Dämmerung begleitet - "B 96" anzustimmen. Als mit Sicht auf diese Kulisse schließlich "Das Beste" erklingt, sind im Publikum längst alle ganz beiläufig näher zusammengerückt. Wer sich als "mitgeschleifter" Angehöriger nicht von den Texten der Band überzeugen lassen kann, wird durch die von den Musikern wie im Rausch vollzogenen Instrumentensoli gewonnen.

Nach dem Stagediving zum Song "Indigo" und der Rückkehr für die Zugabe rücken Silbermond mit ihrem neuesten Song "Meine Besten" erneut die Freundschaft ins Zentrum des Abends. Dann heißt es: "Zeit zu tanzen". Und während die Menge hüpft und singt, wirkt die Band, als könnte sie nicht fassen, dass das hier gerade alles wegen ihnen passiert. Der Sommerabend endet darum um kurz vor 23 Uhr mit einem klaren Zeichen: einer tiefen Verbeugung vor den Fans.

Weitere Fotos gibt es unter www.rp-online.de/moenchengladbach.

Quelle: RP
 
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