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Mönchengladbach
Silent Night: Hier rockt das Christkind

Mönchengladbach: Silent Night: Hier rockt das Christkind
Bei "Calm After the Storm", dem Lied, mit dem The Common Linnets beim Eurovision Song Contest antraten, greifen Sängerin Chris Schmitt und Band-Leader René Pütz zur Gitarre. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Sieben Konzerte mit jeweils rund 1000 Besuchern: Das ist die Silent Night von Booster. Drei Stunden dauert die Show im Kunstwerk und bietet einen Mix aus neuen und alten Hits. 24 Stücke hat die Band für den Abend neu einstudiert. Von Christian Lingen

Wenn ein Konzert nicht das hält, was sein Name vermuten lässt, dann ist das Publikum in der Regel enttäuscht. Bei der Silent Night von Mönchengladbachs wohl beliebtester Coverband Booster ist das anders. Ihre Night ist mal so gar nicht silent. Genau deshalb lieben die Fans die Konzertreihe im Wickrather Kunstwerk. Drei Stunden spielt die Band Hits von heute, Klassiker von damals und natürlich auch das ein oder andere weihnachtliche Stück. Mit rund 1000 Besuchern pro Konzert ist die Silent Night ein musikalisches Muss. Die Show ist mitreißend und gehört für viele längst zum Advent dazu. Begrüßt werden daher vor allem die Neuen. "Steht mal alle auf und winkt", ruft Frank Nießen denen zu, die zum ersten Mal dabei sind. Dafür spenden die Stammgäste Applaus. Dann räumt Nießen die Bühne und prompt geht das Licht aus.

Die Bühne erscheint im Dämmerlicht. Glocken läuten, und es erklingt die Titelmelodie der Silent Night. Auf den beiden Leinwänden regnen Sternschnuppen, ein Telefon klingelt. Booster kommt auf die Bühne, und Sängerin Chris Schmitt schmettert Adeles "Hello". Neben Hits, die beim Publikum immer ankommen, gibt es 24 Stücke, die Booster noch nie gespielt haben. Ersten Jubel gibt es, als Chris Schmitt und Chef-Booster René Pütz vom "Calm After the Storm" singen. Schmitt ist ein echtes Multitalent. Ob Gitarre, Mundharmonika oder Trommel - die Sängerin kann einfach alles. Frank Nießen sagt über sie: "Sie hat mehr Erotik in der Stimme als Daniela Katzenberger im ganzen Körper."

Brillant spielt René Pütz das Lied vom "Piano Man". Auf seinem Keyboard sitzt ein kleiner roter Drache. Billy Joels Klassiker verzaubert das Publikum, und zum ersten Mal an diesem Abend brennen die Wunderkerzen. Sie sind ein fester Bestandteil einer jeden Silent Night. "Herz über Kopf" spielt Booster als Unplugged-Version. Als Sängerin Chris Schmitt Namikas "Lieblingsmensch" anstimmt, singt das Publikum textsicher mit. Rührend und höchst gefühlvoll kommt René Pütz daher, als er "Wenn sie diesen Tango hört" anstimmt. Zum Lied von Pur erscheinen auf einer Leinwand, die von der Decke hinunter auf die Bühne gefahren wurde, Bilder des vom Krieg zerstörten Berlin.

Kurz vor der Pause kommt es zum ersten Höhepunkt des Konzerts. Zu einem Stück von Barkley James Harvest verwandelt sich die Halle in ein Meer aus Wunderkerzen. Erst jetzt fährt die Leinwand wieder nach oben. Was dahinter zum Vorschein kommt, macht den Gänsehautmoment perfekt. Band und Publikum haben sich die Pause danach redlich verdient. In der kaufen die Besucher im Foyer Lose für eine Tombola. Der Erlös geht an die Kinderkrebshilfe. Bei sieben Konzerten mit rund 1000 Besuchern kommt da eine stattliche Summe zusammen.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte liegt die Bühne im blauen Licht. Jetzt wird es weihnachtlich. Chris Schmitt trägt einen Weihnachtsmannmantel. Vom "Winter Wonderland" über "White Christmas" und "Let it snow" ist alles dabei. Nicht fehlen darf natürlich "Last Christmas". Den Text von Whams Superhit scheint jeder im Publikum perfekt zu können. Dann ist der weihnachtliche Teil auch schon vorbei, und die Party geht weiter. Nach "Eye Of The T iger" und "Thunderstruck" wird das Kunstwerk zu Marvin Gayes "Ain't No Mountain High Enough" zur Großraumdisco. Das Publikum steht, singt und tanzt. Nach "Somebody to love" ist die Silent Night auch schon vorbei.

Booster spielt drei Zugaben. Besonders sehen lassen kann sich vor allem die erste. Die Band, ihre musikalischen Gäste und das Publikum lassen es zum "Time Warp" aus der Rocky Horror Picture Show noch einmal so richtig krachen. Ein würdiges Ende für ein Konzert, das es so nur einmal in der Stadt gibt.

Quelle: RP
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