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Mönchengladbach
Sinfoniker: Wunschkonzert zum Abtauchen

Mönchengladbach. Die Konzerte sehen in der nächsten Saison besser aus denn je. Druckfrisch und wasserblau: das Spielplanheft. Von Armin Kaumanns

Der Generalmusikdirektor am Rettungsring - wenn das kein gutes Omen ist. Mihkel Kütson, der Este, der vor vier Jahren als Wunschkandidat des Zwei-Städte-Orchesters an den Niederrhein kam, schaut verhalten optimistisch aus dem neuen Spielplanheft heraus. Die linke Hand in der Hosentasche lehnt er an der blauen Wand mit dem rotweißen Reifen des Schwimmbads in Krefeld-Bockum, in das ihn die Designer der Marketingabteilung mitsamt den Orchestermusikern zum Foto-Set gebracht haben.

Es ist Mihkle Kütsons fünftes Konzertprogramm. Er präsentierte es gestern im Kreise der Theaterleitung, und die quadratische Hochglanzbroschüre lädt in edlem Goldton ein zu einem sinnlichen Vergnügen, in das man abtauchen kann und soll.

Hier gibt's die vertraute Mischung aus sieben Sinfoniekonzerten, zwei Chorkonzerten, Sonderkonzerten, Kinderkonzerten und Kammerkonzerten. "Mehr geht nicht", sagt Mihkel Kütson und freut sich auf die nächste Spielzeit. Da bauen zuvorderst die Kammermusiker im Orchester ihre Aktivitäten aus, in jetzt sechs Konzerten gibt's unter anderem Oktett und Quintett von Schubert, ein Programm für acht Cellisten, viel Schostakowitsch und Raritäten von Reimann und Gubaidulina.

Die Kinderkonzerte sind nach wie vor der Renner, selbst im Doppelpack (den gibt's seit diesem Jahr) sind sie nahezu ausabonniert. Das ist gut fürs Theater-Zahlenwerk, denn der Besuch der Sinfoniekonzerte ist ausbaufähig. "Unser Konzept ist beim Publikum angekommen", verkündet Mihkel Kütson Stabilität.

So wagt der Generalmusikdirektor auch in der nächsten Spielzeit einige Stücke abseits des Mainstreams. Hochkarätige Solisten wie die finnische Geigerin Elina Vähäla (mit einem Filmmusik-Konzert von Corigliano), der Pianist Bernd Glemser (mit 3. Beethoven), der Cellist Julian Steckel (mit Guldas Cellokonzert), der estnische Fagottist Martin Kuuskmann und der Geiger Tobias Feldmann (mit Wieniawski) kommen an den Niederrhein, als Gastdirigenten sind Frank Beermann (GMD in Chemnitz) und Georg Fritzsch (Kiel) eingeladen. Beethoven 7, Schubert 8, Mahler 4 bezeichnen die Blockbuster, zu denen sich ein weiterer gesellt, den das Publikum bestimmen darf. Denn das 1. Sinfoniekonzert der Niederrheinischen Sinfoniker ist Wunschkonzert. Per E-Mail darf man bis zum 1. Juni unter vier Favoriten der Orchestermusiker wählen.

Zwei Chorkonzerte haben Händels "Messiah" und ein Programm mit Blasmusik zum Gegenstand, außer der Reihe sind die Sinfoniker zu Neujahr, am Tag der Einheit, auf Schloss Rheydt, zum Stummfilm auf der Krefelder Rennbahn und im Kloster Kamp zu erleben. Zum Abtauchen.

Info: www.niederrheinische-sinfoniker.de, Karten 02166 6151100. Abopreise für Sinfoniekonzerte steigen um rund zehn bis 15 Prozent: beste Abo-Plätze Rheydt jetzt 272 Euro (statt 236). Kinderkonzert-Abo: 23 bis 38 Euro (20 bis 33)

Quelle: RP
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