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Café Vokal
Singen für die Seele

Café Vokal: Singen für die Seele
Kerstin Brix singt, Yorgos Ziavras begleitet sie am Klavier. Die Sängerinnen und (wenigen) Sänger lesen den Text von der Leinwand ab und werden zum 70-köpfigen gemischten Chor. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Gemeinsam musizieren - das kann so schön sein, so verbindend. Im "Café Vokal", einem neuen Angebot des Theaters, kamen 70 sangesfreudige Menschen zusammen, um zwei Stunden lang nach Herzenslust zu singen. Von Inge Schnettler

Kerstin Brix weiß, wie es geht. Die temperamentvolle Sängerin kann nicht anders: Mit jeder Bewegung mit ihrem lebhaften Gesicht, ihrem fröhlichen Lachen drückt sie Begeisterung aus - für die Lieder, die sie singt, für das fulminante und nicht minder engagierte Klavierspiel des Pianisten und Solorepetitors des Theaters Yorgos Ziavras und für das ausgelassen singende Publikum. Das ist ins Foyer des Theaters an der Odenkirchener Straße gekommen, um dabei zu sein, wenn das "Café Vokal" zum ersten Mal singfreudige Menschen zusammenbringt.

Konzertdramaturgin Ulrike Aistleitner steht am Beamer, sie ist verantwortlich dafür, dass die Texthappen punktgenau auf der Leinwand erscheinen - damit der gemischte Chor, der sich soeben erst gebildet hat, ihn sauber ablesen kann. Der Pianist haut in die Tasten, Kerstin Brix legt los. "Ein Freund, ein guter Freund" - da sind die 70 sangesfreudigen Herrschaften, die zu dieser musikalischen Premiere gekommen sind, sofort mit von der Partie. "Wir probieren heute Abend alle möglichen Genres aus, um zu sehen, wo Sie sich zu Hause fühlen", kündigt Kerstin Brix an. Und das passiert dann auch.

"O sole mio", "Hit the road Jack", die Arie "Ich lade gern mir Gäste ein" aus der Operette "Die Fledermaus" und "Dancing Queen" von Abba - spätestens jetzt kommt ordentlich Bewegung in die Sängerschar. Und für jeden sollte etwas dabei sein. Wenn jemand ein Lied nicht kennt oder nicht mitsingen kann, dann genießt er einfach dieses Konzert - die facettenreiche Stimme von Kerstin Brix und das virtuose Spiel von Yorgos Ziavras, der auf seinem Klavierhocker selten ruhig sitzenbleiben kann. Da bekommen nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen etwas geboten. Denn die beiden Musiker verfügen über reichlich schauspielerisches und komödiantisches Talent.

Als die ersten Takte von Elton Johns "Your song" erklingen, seufzt Kerstin Brix: "Ich geh kaputt bei so was, ich schmelz dahin." Sie stimmt "It's a little bit funny" an - und dann schwelgen alle in diesem wunderbaren Liebeslied. Die Knef darf natürlich nicht fehlen: "Für mich soll's rote Rosen regnen". Auch nicht der Klassiker "Goldfinger" aus dem James-Bond Film. Oder "On my own" aus dem Musical Les Misérables. Die Bandbreite ist riesig. Für manchen vielleicht zu gewaltig. "Kennst du das?", fragt am Nebenstehtisch eine ältere Dame ihren Mann. Der zuckt die Achseln und singt einfach mit. Schön muss es nicht klingen, Spaß soll es machen. Und der Seele wohltun.

Ein besonderer Erfolg ist zum Ende hin Whitney Houstons "I will always love you". Imaginäre Feuerzeuge werden gezündet, der Pianist bekommt Zwischenapplaus, die Sängerin schmachtet ihn an, er schmachtet zurück. Wunderbar. Die Zugabe ist das Lied vom Anfang - "Ein Freund, ein guter Freund". Kerstin Brix hüpft durchs Publikum, als wenn's kein Morgen gäbe. Und dann ist doch Schluss.

Auf den bereitgelegten Zetteln haben die Teilnehmer ihre musikalischen Wünsche notiert - fürs nächste Mal. Das "Café Vokal" ist am Montag, 11. Dezember, 19 Uhr, wieder offen.

Tickets: 02166 6151100 und www.theater-kr-mg.de

Quelle: RP
 
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