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Mönchengladbach
Singen für eine warme Mahlzeit am Tag

Mönchengladbach. Die Sternsinger von St. Vitus und St. Gereon haben 12.000 Euro für Kinder in Ghana gesammelt. Von Angela Rietdorf

"Es ist erhebend und berührend für uns, zu wissen, dass die Sternsinger Kinder sind, die freiwillig dem kalten Winter trotzen, um Spenden zu sammeln, mit denen sie anderen Kindern helfen wollen, die sie nicht kennen und wohl auch nie kennen lernen werden und die im fernen Afrika leben", schreibt Nana Osei Sarpong, der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees aus Offinso/Ghana an die Sternsinger in Mönchengladbach, die seit Jahren sammeln, um den ärmsten Schülern in Offinso eine warme Mahlzeit am Tag zu ermöglichen.

In diesem Jahr haben die Sternsinger der Innenstadtpfarre von St. Vitus und der GdG Giesenkirchen durch ihren Einsatz wieder mehr als 12.000 Euro zusammengebracht. Das ist genug, um den jeweils ärmsten 20 Kindern an acht Grundschulen im Distrikt Offinso ein Jahr lang eine warme Mahlzeit am Tag zu finanzieren.

"Die Familien dort sind sehr auf Bildung bedacht", erklärt Ingeborg Gräber, die regelmäßig nach Ghana reist und den Anstoß für die Sternsinger-Aktion gab. "Aber wenn die Kinder hungern, ist die Versuchung zur Kinderarbeit groß." Mit der Schulspeisung für die Ärmsten wird das verhindert. Gleichzeitig werden auch die Mütter unterstützt, die in den Schulen kochen und sicher sein können, dass mindestens 20 Mahlzeiten pro Schule abgenommen und bezahlt werden können.

"Es ist schön zu sehen, wie sich so ein Projekt über die Jahre entwickelt", sagt Maria Hülser, die in St. Vitus die Sternsinger-Aktion mit organisiert. Die Motivation für die teilnehmenden Kinder ist so groß, weil sie einen Bezug zu den Kindern in Ghana entwickeln können. "Erst konnte ich mir nichts darunter vorstellen", erzählt Robin Münster, inzwischen 16 Jahre alt, der 2009 zum ersten Mal mit den Sternsingern unterwegs war und für die Schüler in Ghana gesammelt hat. "Aber wir haben dann viele Fotos gesehen und Frau Gräber hat von Ghana erzählt. So hatten wir einen echten Bezug zu der Aktion." Auch zu einem Briefkontakt zwischen seiner Familie und einer Familie in Offinso kam es. "So kann man sich stark identifizieren und weiß auch, dass die Spenden zu 100 Prozent ankommen", erklärt seine Mutter Heike Münster. Die Kinder machen jedenfalls nach ihrer Erfahrung mit Begeisterung mit. "Es ist ein anstrengender Tag, so von morgens bis abends unterwegs zu sein", sagt sie, "aber es gibt allen viel." Und wenn man genau sagen könne, wo das Geld eingesetzt würde, sei die Spendenbereitschaft höher, meint sie. Und beim Zählen hinterher entwickle sich ein richtiger Wettbewerb, berichtet Robin lachend.

Natürlich soll das erfolgreiche Projekt möglichst fortgesetzt werden. "Es ist auf Nachhaltigkeit angelegt", sagt Ingeborg Gräber. "Auch weil es wichtig ist, den Menschen auf Dauer eine Perspektive in ihrer Heimat zu ermöglichen."

Quelle: RP
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