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Mönchengladbach
SMS Group fertigt eine Presse der Superlative

Mönchengladbach: SMS Group fertigt eine Presse der Superlative
Mitarbeiter begleiten den Einbau des unteren Querhaupts, das alleine 1200 Tonnen wiegt. FOTO: SMS Group
Mönchengladbach. Sie ist mit 9000 Tonnen Stahl schwerer als der Eiffelturm: eine Hydraulik-Presse mit einer Kraft von 540 Meganewton, die derzeit im kalifornischen Paramount entsteht. "Es handelt sich um die weltgrößte hydraulische Gesenkschmiedepresse in Unterflurbauweise", sagt Thilo Sagermann, Sprecher der SMS Group. Von Jan Schnettler

Denn der Auftrag für Weber Metals, eine Tochter der Meinerzhagener Otto-Fuchs-Gruppe, wird mit Mönchengladbacher Fertigungskompetenz von SMS realisiert.

Aktuell wurde das untere, 1200 Tonnen schwere Querhaupt der gigantischen Anlage aus vier Teilen zusammengefügt und als einzelnes Bauteil in die 25 Meter tiefe Pressengrube eingefügt. Im Frühjahr soll sie in Betrieb gehen. Sie erreicht 54.000 metrische Tonnen Presskraft - "so viel wie 81 Kilometer aufeinandergestapelte VW-Polos", nennt Sagermann als Vergleichswert.

Auf der Presse wird Weber Metals titan-, aluminium- und nickelhaltige Produkte für die Luft- und Raumfahrtindustrie herstellen - etwa große Strukturteile oder Fahrwerksteile für die Luftfahrtindustrie. Die mussten bis dato aus mehreren einzelnen Bauteilen zusammengesetzt werden. "Durch die immense Presskraft dieser Anlage werden künftig einzelne Bauteile daraus", sagt Sagermann. "Dadurch werden diese stabiler und außerdem weniger wartungsintensiv." Eine immense logistische Herausforderung sei es bereits gewesen, erst einmal einen Kran zu konstruieren, der das 1200-Tonnen-Teil in die Grube zu heben imstande ist. Die nächsten Bauteile für die weiteren Bauabschnitte sind bereits unterwegs, jeweils über den Panamakanal zum Hafen von Long Beach bei Los Angeles. SMS ist bei dem Großauftrag verantwortlich für die Mechanik der Presse, Elektrik und Automation, die Hydraulik, die Montage der kompletten Anlage sowie die Inbetriebnahme.

Alleine die Grube, in der die Presse sitzt, ist 25 Meter tief. FOTO: SMS Group

Unterdessen richtet die SMS Group ihren Mönchengladbacher Standort - zeitweise war ja sogar die Verlegung der Zentrale von Düsseldorf nach Gladbach im Gespräch, sie ist aber unverändert auf Eis gelegt - weiter in Richtung Forschung und Entwicklung aus. Und stärkt ihn entsprechend: So ist am Ohlerkirchweg beispielsweise ein neues Testfeld entstanden, in dem Kunden des Anlagen- und Maschinenbauers mittels 3D-Echtzeitsimulation an den Originalsteuerpulten die von SMS zu liefernden Anlagen bereits testen können. Einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag hat es gekostet, zuvor war es in Düsseldorf in angemieteten Räumen gewesen. In absehbarer Zeit soll es auch im Cyberspace mit Virtual-Reality-Brille begehbar werden - einer von derzeit zahlreichen Schritten, die SMS in Richtung Digitalisierung geht.

Quelle: RP
 
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