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Mönchengladbach
SMS-Sitz kommt später nach Gladbach

Mönchengladbach: SMS-Sitz kommt später nach Gladbach
Heinrich Weiss ist Aufsichtsratsvorsitzender und Eigentümer des Familienunternehmens SMS. Die Firma mit 14 000 Mitarbeitern produziert weltweit Stahlwerke. FOTO: ilgner
Mönchengladbach. Der Stahlwerkshersteller SMS hatte die Verlegung seiner Zentrale nach Mönchengladbach zunächst abgesagt. Laut SMS-Chef Dahmen soll dies aber nachgeholt werden - wenn sich die Lage auf dem Stahlmarkt stabilisiert habe. Von Thorsten Breitkopf

Der Düsseldorfer Maschinen- und Anlagenbauer hat erstmals seit Jahren des Erfolges mit einem schwächelnden Geschäft zu kämpfen. Der Jahresüberschuss ist rapide von 126 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 19 Millionen Euro im vergangenen Jahr gesunken. Als Grund nannte SMS-Chef Burkhard Dahmen die hohen Kosten für die Restrukturierung von SMS. Das Unternehmen baut derzeit 700 Stellen an den Standorten Düsseldorf, Mönchengladbach und Hilchenbach im Siegerland ab. Dadurch sollen die Kosten um 371 Millionen Euro gesenkt werden.

Im Zuge der Sparmaßnahmen hatte SMS-Eigentümer Heinrich Weiss im vergangenen Jahr angekündigt, die Konzernzentrale von Düsseldorf nach Mönchengladbach zu verlegen. Diese Pläne waren zwischenzeitlich kassiert worden, da die wirtschaftliche Lage in der Stahlbranche angespannt ist. Gestern verkündete Dahmen, nun doch nach Mönchengladbach umziehen zu wollen. Der Umzug sei nur verschoben, und nicht aufgehoben. Zurzeit mache eine Verlegung aber keinen Sinn, da nicht klar sei, welche Kapazitäten in Gladbach am Ende benötigt werden. Die Verlegung werde erfolgen, wenn sich die Stahlbranche erholt habe. Der Umzug einer anderen SMS-Tochter aus Aachen nach Gladbach würde allerdings trotz der schwierigen Lage umgesetzt. Dabei sollen 100 Stellen wegfallen.

Die beiden Sparten von SMS mit den Namen SMS Meer in Gladbach und SMS Siemag in Düsseldorf sollen unter dem Namen SMS Group zusammengefasst werden. Dadurch würden Kosten bei der Verwaltung eingespart. Konkret betreffe das 200 der 700 abgebauten Stellen.

FOTO: Ilgner Detlef (ilg)

Für das laufende Jahr sieht Dahmen Licht am Ende des Tunnels. Der Gewinn werde 2015 wieder steigen, da die hohen Kosten der Restrukturierung nicht mehr auf der SMS-Bilanz lasteten. "Wir sind zuversichtlich, dass sich die Geschäfte in den kommenden Jahren beleben werden", sagte Burkhard Dahmen gestern. Auf der internationalen Metallurgiemesse Metec in der vergangenen Woche in Düsseldorf habe es reges Interesse und vielversprechende Gespräche gegeben. "Die positiven Auswirkungen der Metec werden sich aber erst 2016/17 zeigen", sagte der Manager des Familienunternehmens.

Neben einer Überkapazität im Stahlmarkt belastet den Hersteller von Stahl- und Walzwerken auch die Krise in Russland und der Ukraine. 2014 bestellten die Kunden aus der Stahl-, Aluminium- und Kupferindustrie, darunter ThyssenKrupp und Salzgitter, bei SMS noch für rund 3,2 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es noch 100 Millionen Euro mehr. Für 2015 kündigte Burkhard Dahmen einen Umsatz und einen Auftragseingang auf Vorjahreshöhe an. Die Liquidität schrumpfte um 250 Millionen Euro. Das Unternehmen hat keine Bankkredite.

Quelle: RP
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