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Mönchengladbach
SMS-Umzug soll Anwohner entlasten

Mönchengladbach: SMS-Umzug soll Anwohner entlasten
Das Gelände aus Richtung Ohlerkirchweg gesehen: Links liegt das Gelände von SMS Meer, rechts das ehemalige von Schlafhorst, im Hintergrund verläuft die Landgrafenstraße. FOTO: MICHAEL RENNERTZ/SMS MEER
Mönchengladbach. Die Planungen für die Erschließung der neuen Unternehmenszentrale am Ohlerkirchweg nehmen Fahrt auf. Zentraler Bestandteil ist ein Parkhaus mit 1500 Stellplätzen. Die vollständigen Kosten der Umbauten trägt das Unternehmen. Von Jan Schnettler

Die Anwohner rund um den SMS-Standort am Ohlerkirchweg haben es nicht leicht. Während der Arbeitszeiten sind meist auch die Seitenstraßen durch die Mitarbeiter von Mönchengladbachs größtem industriellem Arbeitgeber hoffnungslos zugeparkt - die Kehrseite innerstädtischer Industriebetriebe. Doch das soll sich ändern, sobald das Unternehmen den Neubau seiner Unternehmenszentrale realisiert. Bezirksvertretung Nord sowie Planungs- und Bauausschuss sollen noch diesen Monat die Planungen für die Erschließung des Neubaus fixieren. Zentraler Bestandteil ist ein Parkhaus mit rund 1500 Pkw-Stellplätzen, 48 Parkplätzen für Motorräder und Mopeds sowie weiteren Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. "Demnach ist eine deutliche Reduzierung des Parkdrucks an den umliegenden Straßen zu erwarten", heißt es in der Vorlage aus dem Dezernat des Baudezernenten Gregor Bonin. Erreichbar sein soll das Parkhaus über die Hügelstraße.

Die Vorlage benennt überdies erstmals konkret, wie sich die Umstrukturierung personell auf den Standort Gladbach auswirken würde. Demnach würde die Mitarbeiterzahl (in Produktion und Verwaltung) von rund 1450 auf 1822 steigen. In der Vergangenheit war sogar eine Verdopplung auf 2800 im Gespräch gewesen. Mit den nun vorangetriebenen Planungen ist allerdings noch nichts darüber gesagt, ob - und wenn ja, wann - SMS die Verlagerung seiner Zentrale von Düsseldorf nach Gladbach tatsächlich umsetzt. Im Zuge von Sparmaßnahmen hatte SMS-Eigentümer Heinrich Weiss dies im September 2014 für den Zeitraum bis 2017 angekündigt, um im April 2015 bereits wieder zurückzurudern. Seit Juni 2015 gilt folgender Stand: Der Umzug soll realisiert werden, sobald sich die Lage auf dem Stahlmarkt stabilisiert hat. Das zeichnet sich bis heute nicht ab. Dennoch wurde im Dezember vorsorglich der Bauantrag eingereicht. Man wolle die begonnenen Planungsarbeiten bis zur Erteilung der Baugenehmigung fortsetzen, "um dann, wenn sich die zur Zeit immer noch schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unserer Branche nachhaltig verbessert haben, zu gegebener Zeit hierauf wieder aufsetzen zu können", sagte ein SMS-Sprecher. An dieser Einschätzung habe sich bis heute nichts geändert.

Trotzdem zeigen die neuen Entwicklungen, dass SMS Geld dafür in die Hand nimmt, um die Planungen voranzutreiben. Das Unternehmen hat das Ingenieurbüro beauftragt, das das nun vorliegende Erschließungskonzept erstellt hat. Und der Investor wäre es auch, der, nach Abschluss eines städtebaulichen Vertrags, die vollständigen Kosten für die Erschließung übernähme. Der Stadt entstünden somit keinerlei Baukosten. Ein Umbau der entsprechenden Bereiche erfolgt allerdings nur, wenn auch besagter Hochbau realisiert wird, also nicht bereits im Vorfeld. Der Standort Mönchengladbach ist für die SMS-Gruppe erste Wahl, weil er sich - anders als angemietete Flächen beispielsweise in Düsseldorf - in ihrem Eigentum befindet.

Drei Verkehrsknotenpunkte müssen ertüchtigt werden, damit die künftige Konzernzentrale leistungsfähig erschlossen wäre. Zum einen soll die Kreuzung Landgrafenstraße/Seilerweg/Brunnenstraße zu einem Kreisverkehr umgebaut werden. Im Knotenpunkt Luisen-/Hügel-/Speicker Straße wiederum würde die Fahrbeziehung Luisenstraße Ost - Luisenstraße West unterbunden, ebenso würde an der östlichen Zufahrt der Luisenstraße nur das Rechtsabbiegen erlaubt. Die dritte Maßnahme umfasst den Bereich Flieth-/Vitus-/Bleichstraße. Hier wird vorgeschlagen, die Einfahrt in die Vitusstraße komplett zu untersagen und auf ihrem Abschnitt bis zur Luisenstraße eine Einbahnstraße anzuordnen. Dadurch stünde auf der Vitusstraße ein zusätzlicher Fahrstreifen zur Verfügung, der als Linksabbieger fungiert.

Weitergehende Planungen gibt es auch für die Ertüchtigung im Bereich Hügelstraße/Sportplatz und Ohlerkirchweg. So sollen Gehwege verlängert und Oberflächenbeläge erneuert werden, eine Bushaltestelle wird am südlichen Fahrbahnrand der Hügelstraße mit Fahrtrichtung Osten geplant. Für Radfahrer werden Schutzstreifen auf der Fahrbahn markiert. Außerdem fallen Stellplätze im öffentlichen Straßenraum weg: Insgesamt sollen von 74 Längsparkständen nur 46 übrig bleiben. Während auf der Westseite des Ohlerkirchwegs fünf neue Stellplätze angelegt werden, entfallen am östlichen Fahrbahnrand 33.

Quelle: RP
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