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Mönchengladbach
So fahren die Gladbacher bald Bahn

Mönchengladbach: So fahren die Gladbacher bald Bahn
Die neuen Fahrzeuge für den RRX werden von Siemens gebaut. Markant ist das Design in Weiß, Grau und Orange. FOTO: VRR
Mönchengladbach. Die Stadt wird zwar nicht Teil des Netzes vom Rhein-Ruhr-Express (RRX), dennoch rollen die neuen komfortablen Fahrzeuge künftig auch über Mönchengladbachs Schienen. Und das könnte schneller gehen als gedacht. Von Andreas Gruhn

Es ist das Jahrhundert-Projekt auf den Schienen Nordrhein-Westfalens, und es fährt weitgehend an Mönchengladbach vorbei. Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) soll mit sieben Linien das Rheinland und das Ruhrgebiet im 15-Minuten-Takt miteinander verbinden. Aber keine dieser sieben Linien führt durch Mönchengladbach. Warum eigentlich nicht?, bekommt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners (CDU) nach eigenem Bekunden immer häufiger zu hören. Und er will diese Frage als Stadtoberhaupt nun auch in den Gremien des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) stellen. "Es ist sicher nicht so ganz glücklich, wenn die größte Stadt links des Rheins außen vor bleibt", sagt Reiners und kündigte an, sich nach Bewegungen oder Ergänzungen im Netz zu erkundigen.

Mönchengladbach darf sich bisher als ein "Außenast" des RRX begreifen. Durch die Stadt rollen die Züge des Regionalexpress 4 von Aachen nach Dortmund, die vom VRR als ergänzende Linie mit verkehrlichem Bezug zum RRX eingestuft wird. Die Züge dieser Linie werden zwar nicht im 15-Minuten-Rhythmus fahren, aber die Fahrgäste werden trotzdem in den entsprechenden neuen Fahrzeugen Platz nehmen. Dafür werden auch die beiden Hauptbahnhöfe ausgebaut. Mit anderen Worten: Wer mit dem Regionalexpress nach Düsseldorf fährt, reist demnächst deutlich komfortabler als noch heute. Denn die neuen doppelstöckigen Fahrzeuge, die von Siemens in Krefeld gebaut werden, haben 800 Plätze (heute circa 580), breite, barrierefreie Eingänge, sie sind übersichtlich und gut ausgeleuchtet und haben am Endwagen einen Bereich, der speziell für Rollstuhlfahrer und Begleitpersonen ausgerichtet ist. Außerdem werden die Fahrzeuge mit einem Wlan-Netz und technischen Vorrichtungen zum besseren Mobilfunkempfang ausgerüstet. An allen fest installierten Plätzen sind Steckdosen vorgesehen. Fahrgäste sollen Smartphones, Tablets und Notebooks problemlos laden können. Der VRR kauft die Züge und stellt sie dem jeweiligen Betreiber - im Fall des Regionalexpress 4, eben der Bahn - zur Verfügung. "Das sind völlig neue Fahrzeuge", sagt Detlef Neuß vom Fahrgastverband Pro Bahn in Mönchengladbach. "Auch wenn wir den 15-Minuten-Takt des RRX vorerst nicht bekommen, ist das eine gute Investition in die Zukunft."

Der VRR kauft 82 Fahrzeuge mit jeweils 800 Plätzen und setzt sie auch auf den Regionalexpress-Linien ein. FOTO: VRR

Wann genau die in den Zügen anbricht ist offen. Der VRR plant, die neuen Fahrzeuge ab Dezember 2018 zuerst in vier anderen Regionalexpress-Linien und erst im Dezember 2020 auch im RE 4 einzusetzen. Mehrere mit den Vorgängen betraute Personen sagten unserer Redaktion allerdings, dass dies deutlich früher als 2020 der Fall sein sollte. Mönchengladbach und der RE 4 sollten eine der ersten Linien sein, in denen die RRX-Züge zum Einsatz kommen werden. Dem widersprach der VRR gestern: "Unsere Planungen sehen weiter vor, dass die ersten Fahrzeuge ab 2018 auf der Linie Regionalexpress 11 eingesetzt werden", sagt VRR-Sprecher Dino Niemann.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat Verständnis dafür, dass Mönchengladbach zunächst nicht vollständiger Teil des RRX-Netzes wird. "Das wichtigste ist erstmal die überlastete Strecke Köln-Düseldorf-Duisburg. Dort herrscht vorrangiger Bedarf", sagt Detlef Neuß.

So sieht das Innere der neuen Fahrzeuge aus: Wlan und Steckdosen an den festen Plätzen sind inklusive. FOTO: VRR
Quelle: RP
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