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Mönchengladbach
So kreativ feiert das Schilleria-Viertel

Mönchengladbach: So kreativ feiert das Schilleria-Viertel
Andre Nicolay schminkte Angelin (oben), Odisseas Stratos vom Zorbas kochte (unten rechts), und den ganzen Tag spielten lokale Bands wie die Music Today's Bigband (unten links). FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Mit typisch Eickener Engagement nahm das Viertel den umgestalteten Schillerplatz mit einem großen Fest in Beschlag. Die Initiative Gründerzeitviertel sorgte einen ganzen Tag für Musik, Aktion und Begegnung. Von Angela Wilms-Adrians

Der Name des Schillerplatzes erinnert nicht nur an einen großen Dichter. Er eignet sich auch hervorragend für ein Wortspiel. Dieses Pfund verstand die Initiative Gründerzeitviertel pfiffig zu nutzen, um für schillernde Programmpunkte sowie ein gemütliches Chillen zu werben. Da gab es etwa die mit frischen Blumensträußchen nett gedeckte Schilleria-Kaffeetafel, an der mitgebrachter Kuchen oder Selbstgebackenes kostenfrei verzehrt werden durften.

Die Stimmung war angenehm entspannt, während Sonnenschein und Wärme die Wohlfühlatmosphäre mittrugen. Menschen kamen und gingen, um teilzuhaben oder in einem der umliegenden Cafés und Restaurants einen Logenplatz mit Blick auf das Geschehen zu genießen. Zentraler Punkt der Begegnung war das Terrain vor der großen Bühne, auf der beinahe ohne Unterbrechung Musik geboten wurde. Kleine Pausen ergaben sich lediglich durch die Umbauten der Bands und Gruppen Alexander Doh saß mit Mutter und kleiner Tochter glücklich entspannt auf der Einfassung eines Beetes. Die Lieder voller Sehnsucht und Sinnlichkeit der Band "sidra" gefielen dem Anwohner aus dem Viertel sehr gut. "Ich bin noch nicht lange hier. Doch die Stimmung ist jedenfalls sehr angenehm", stellte er versonnen lächelnd fest.

Nach "sidra" schlug "cherrybar" unter dem Motto "Punk is all you need" eine musikalisch härtere Tonart an, die ebenfalls ihre Liebhaber fand. Die Musikerauswahl war vielfach lokal gefärbt, wie etwa mit den Jungs von "die von gestern", Gewinner beim lokalen Potpourrifestival. Die "Schiller-Allstar-Band" hatte sich - mit Ausnahme von Gast Wolfgang Kemmerling - eigens für den einen Tag mit Musikern aus dem Viertel für das Viertel gegründet. Die Truppe heizte zum Beispiel mit Songs von David Bowie, Stones und Prince ein. Sängerin Monika Hintsches gab im Solo etwa Nina Hagen. André Nicolay vom "Kunststück" auf der Eickener Straße dürfte es auch ohne fetzige Musik warm genug gewesen sein: Beim Kinderschminken herrschte Hochbetrieb, und hier war sein Können gefragt. Jule hatte sich von ihm in eine "Meer-Prinzessin" verwanden lassen. Jolina wurde zum Regenbogentiger, als Nicolay fröhlich gestand, er habe kaum Zeit gefunden für ein Brötchen und einen Schluck Limonade. Ein Renner war ebenso der Kinderstand, an dem junge Kreative aus Betttüchern und Tischdecken geschnittene Stoffe in kleine Kunstwerke verwandelten. "Alles ist aufgebraucht, und da sind sehr gelungene Geschichten bei herausgekommen", erzählte Elke Esser von der Initiative Gründerzeitviertel.

Ihre Mitstreiter waren überall auf dem Platz verteilt zu finden, um hier und da mit Hand anzulegen. Einige halfen am Informationsstand, die Historie des Platzes von den Anfängen bis heute nachzuvollziehen. "Und es wird weitergehen", versprach Ute Gruben, Autorin des Buches "Ein starkes Stück Gladbach". Mitautor Arne Dorando blickte derweil glücklich über den Verlauf auf den in der Sonne liegenden Platz. Stunden später zog er Bilanz: "Es war ein sehr schönes und friedliches Fest."

Quelle: RP
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